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Papa allein zu Haus Stress in der Großfamilie

Putzen, Saugen, Wäsche waschen - den Haushalt auf Vordermann zu bringen, ist immer eine Herausforderung. Doch in einer Großfamilie mit sieben Kindern artet das schnell in Stress aus - dagegen hilft Organisation und die richtige innere Einstellung.

Autor: Florian Heinhold Stand: 06.02.2012

Um den Haushalt von Familie Abel am Laufen zu halten, muss jeder mit anpacken. Einmal in der Woche ist Haushaltstag: Bad putzen, Wäsche machen und Zimmer aufräumen - jedes Kind bekommt seine Tagesaufgabe. Vater Christian und Mutter Dorothea verteilen die Jobs während der großen Familiensitzung am Morgen. Alle sieben Kinder der Abels haben sich dafür um den Wohnzimmertisch versammelt.

Doch nicht alle sind einverstanden. Jonathan hat heute gar keine Lust zu schuften und protestiert lautstark, als Vater Christian ihm die Aufgabe gibt, zusammen mit seinen Brüdern das Kinderzimmer in Ordnung zu bringen. Und in der Tat hat der Job es in sich. Überall auf dem Boden liegen Legosteine, Bauklötze und anderes Spielzeug verstreut.

Auch Rebekka, die älteste Tochter, hat eine harte Aufgabe: Sie soll die Bäder der Familie putzen. Ihre drei Schwestern müssen die Socken zusammenlegen. Bei einer neunköpfigen Familie kommt da so einiges zusammen.

Stress - eine Frage der Einstellung

Vater Christian

Drei Jungs zum Aufräumen zu bringen, kann für Vater Christian schnell zum Stress werden. Dauerstress ist schlecht für die Gesundheit - vor allem der Kreislauf, aber auch unsere Verdauung leiden darunter, denn Stress schlägt sprichwörtlich auf den Magen. Ob Stress in der Familie überhandnimmt, ist auch eine Frage der Einstellung, meint Christian Abel. Die wichtigste Herausforderung für ihn ist heute: "Wie gehe ich damit um, wenn die Kinder im Haushalt nicht mitmachen wollen?" Die Antwort ist für den Familienvater ganz einfach: Mit Ruhe und Gelassenheit an die Aufgabe herangehen und sich auch selbst nicht unnötig unter Druck setzen. Wenn das Aufräumen ein wenig länger dauert und es dabei ein bisschen lauter zugeht, ist das für Christian Abel noch lange kein Grund für Stress.

Zeitmanagement

Doch nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder kann der Haushalt zum Stress werden. Die 16-jährige Rebekka muss oft mehrere Termine miteinander in Einklang bringen. Heute soll sie die Bäder putzen und will gleich im Anschluss ihren Tanzkurs nicht verpassen. Doch als sie mit der Arbeit beginnen will, kann sie den Putzlappen nicht finden. In so einem Fall muss Mutter Dorothea helfen. Die lässt Stress gar nicht erst aufkommen, sondern sucht gelassen nach einem Ersatz. Kurz darauf hat Rebekka alle Arbeitsmaterialien zusammen und kann mit ihrer Aufgabe beginnen. Besonders unangenehm ist dabei das Kloputzen. "Na ja. Nase zu und durch", meint Rebekka nur und taucht den Putzlappen noch einmal in den Putzeimer. Rebekka hat ihren Tag genau geplant: Die Bäder müssen rechtzeitig vor dem Tanzkurs fertig sein, damit sie am Nachmittag nicht in Eile gerät, wenn die Wohnung gesaugt werden muss. Überhaupt ist das richtige Zeitmanagement ein wichtiger Schlüssel im Kampf gegen Stress.

Das Positive sehen

Auch die Sockengruppe hat einen riesen Berg Arbeit vor sich - lässt sich die Laune aber nicht verderben. Und das, obwohl der Berg loser Socken vor ihnen auf dem Tisch nicht kleiner zu werden scheint. Auch Tabea, die Kleinste, hilft tatkräftig mit und findet immer wieder ein zusammengehörendes Sockenpaar. Das Rezept der Mädchen gegen Stress: Immer das Positive sehen - schließlich ist Socken machen so ein bisschen wie Memory spielen, meint Anne Christine.

Die innere Mitte

Für Mutter Dorothea geht es beim Thema Stress vor allem um die innere Mitte.

"Ich merke, das Wichtigste ist, dass ich einfach ausgeglichen bin. Manchmal sind es total stressige Tage, aber es macht mir nichts aus. (...) Aber wenn ich mit mir unzufrieden bin und dann die Kinder noch verrücktspielen, dann wird es stressig."

Dorothea

Und am Ende geht ja doch immer alles irgendwie gut. Auch heute sieht das Kinderzimmer am Ende wieder wie neu aus. Auch die Sockengruppe hat etliche zusammengehörende Paare entdeckt. Und Rebekka lässt die Bäder in neuem Glanz erstrahlen.

Timeouts vom Stress

Doch für Vater Christian geht der Stress am Abend erst richtig los. Nach dem Abendessen muss er alle Kinder alleine ins Bett bringen. Denn Dorothea kehrt dem Familienstress einmal in der Woche den Rücken und geht zum Pilates - ein wichtiges Timeout für sie …

"Es ist so ein Moment, in dem ich mal überhaupt nicht an Familie und Haushalt denke (…) Ich muss mich auf die Übungen konzentrieren. Von daher ist das so eine richtige Auszeit."

Dorothea

Während sich Christian um die Kinder kümmert, darf sich Dorothea also einmal so richtig entspannen. Sie weiß genau, was ihrem Mann jetzt zu Hause blühen kann:

"Wenn es blöd läuft, ist das ins Bettbringen so eine Kombination aus überdrehten Jungs, die sich einfach in die Wolle kriegen, einem müden Kleinkind, das jetzt einfach ins Bett gehört - und dann finde ich das schon stressig."

Dorothea

Abendabschluss

Mutter Dorothea

Doch zu Hause klappt mit Tabea alles bestens. Christian singt ihr zum Einschlafen noch ein Lied. Doch danach will Jonathan immer neue Bücher vorgelesen bekommen. Christian muss noch die älteren ins Bett bringen - das passt Jonathan gar nicht. Während Christian seinen beiden größeren Brüdern vorliest, fasst Jonathan einen Plan. "Jetzt sperre ich den Papa aus!", sagt der Kleine und schiebt seinen Schreibtisch vor die Tür.

Während Jonathan endlich ruhiger wird, macht sich Dorothea auf den Heimweg vom Pilates. Sie hat ihre Batterien erst mal wieder aufladen dürfen. Im Wohnzimmer lassen die Eltern den Abend geruhsam mit einer heißen Schokolade ausklingen. Und nach so einem Tag ist das auch bitter nötig.