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Die Großfamilie Trimm-Dich auf dem Blomberg

Im Frühling ist auch für die Großfamilie Abel wieder mehr Sport und Fitness angesagt. Bei einem Familienausflug sollen alle auf ihre Kosten kommen. Ihr Ziel ist der Blomberg, dort oben besuchen sie einen ganz besonderen Trimm-Dich-Pfad.

Von: Nicoletta Renz Stand: 21.05.2012
Großfamilie | Bild: Bayerischer Rundfunk

Bewegung an der frischen Luft: Ein perfekter Ausgleich zum Alltag, der oft stressig für Vater Christian, Mutter Dorothea und die sieben Kinder ist. Aber das richtige Ausflugsziel zu finden, ist gar nicht so leicht. In der Großfamilie liegt die Alterspanne zwischen zwei- und  sechszehn Jahren. Die Älteren wollen lieber „chillen“, die Jungs haben viel Energie, die Jüngeren machen erst ganz kleine Schritte und die Eltern können nicht alle Kleinkinder tragen.

Die Lösung: Der Blomberg. Ein echter Familienberg. Der etwa 1200 Meter hohe Tölzer Hausberg ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Tagesausflüglern ein beliebtes Wanderziel: Man geht entweder über einen kurzen, zum Teil steilen Anstieg zum Gipfel oder kommt mit Hilfe des Sessellifts nach oben. Die Sesselbahn ist täglich von neun bis siebzehn Uhr in Betrieb, nur bei sehr schlechtem Wetter fährt sie nicht.

Der Gipfeltrimm

Auf dem Gipfel gibt es nicht nur schöne Wanderwege: Auf 1200 Metern liegt, direkt neben dem Ausgang aus der Sesselbahn, Deutschlands höchster Trainingszirkel: Der Gipfel-Trimm. Dr. Werner Klingelhöffer hat mitten in der Natur einen Zirkel mit zwölf Plattformen gebaut, der auf Erkenntnissen der traditionellen Chinesischen Medizin über den Energiefluss im Körper basiert. Es geht darum in einer bestimmten Reihenfolge gezielt bestimmte Muskeln zu trainieren, um den Energiefluss zu verbessern. Dr. Werner Klingelhöffer ist Orthopäde und Sportmediziner, er hilft den Kleineren und Größeren bei den verschiedenen Übungen das Gleichgewicht zu finden.

"Ich brauche mit einem pubertierenden Kind kein mentales Coaching machen, sondern ich muss es dort ansprechen, wo es sich findet, nämlich im Körper, und das Gehirn geht dann automatisch mit. Wenn ich in der Balance bin, körperlich in der Balance, komme ich auch in die geistige Balance."

Dr. Werner Klingelhöffer

Also regelmäßig die körperliche Balance auf einem Baumstamm oder einer Bordsteinkante trainieren! Denn wer sich nicht durch solche Übungen fit hält, für den wird es im Alter immer schwerer, seinen Körper auszubalancieren, denn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr wird mit zunehmendem Alter schwächer.

Die Übungseinheiten auf dem Blomberg sind umsonst, die Trainingsgeräte aus Holz und Stein. Wer alle Übungen macht, braucht circa eine Dreiviertelstunde. Vater Christian trainiert mit sog. PowerLoops. An Bändern die an Baumstämmen hängen, befinden sich zwei Schlingen. Man legt sich mit den Unterarmen in die Schlingen und schwingt vor und zurück, man arbeitet mit dem eigenen Körper in die Tiefenmuskulatur, immer die Balance haltend. Vater Christian soll die Übung auf einem Bein machen und stellt dabei schnell fest, dass er mit einem Bein sehr viel besser in der Balance bleibt als mit dem anderen. Er hat also ein Spiel- und ein Standbein. Profisportler sollten auf beiden Beinen in der Balance bleiben, denn sie brauchen zwei Spielbeine.  

Mutter Dorothea trainiert auf einem Holzstuhl ihre Rückenmuskulatur. Sie bewegt die Rückenlehne des Stuhl langsam vor und zurück uns so gelingt es ihr einen fünfzig Kilo Gramm schweren Stein, der unter der Plattform hängt, zu bewegen. Der Stein ist also der Widerstand, gegen den sie sich mit ihrem Rücken lehnt. Aber diese Übung ist auch gut für ihren Beckenboden, also wie geschaffen für Schwangere und Mütter. Jede Schwangerschaft ist ein Härtetest für die Beckenboden-Muskulatur. Das wachsende Kind übt zunehmend Druck auf diese aus.

Der zehnte Abel

Bei den Abels gibt es eine „kleine“ Überraschung -  die Familie erwartet ein neues Baby! Alle freuen sich und sind schon sehr gespannt, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Christian und Dorothea haben es sich nicht verraten lassen. Auch die anderen Kinder sind schon neugierig, doch es gibt keine Präferenzen für Bruder oder Schwester. Einstimmig war aber die Wahl beim Familienrat: Alle wünschten sich noch einmal ein neues Geschwisterchen.

Die Großfamilie blickt auch dieser Herausforderung gelassen entgegen. Es wird zwar enger werden, die Dynamiken in der Familie werden sich ändern, doch wenn alle zusammenhelfen, kann nichts schief gehen. Vater Christian sieht es ganz philosophisch, und sagt, dass man den Berg nicht von unten anschauen darf, sondern Schritt für Schritt nach oben gehen muss.

Der Anstieg zum Zwiesel und die Rodelbahn

Experte im Beitrag

Dr. Werner Klingelhöffer
Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin

Weiter geht’s mit einer Wanderung zum Zwiesel. Vom Blomberghaus aus führt ein, bisweilen steiler Weg in etwa einer dreiviertel Stunde hinauf bis zum Gipfel des Zwieselbergs, der nur etwa 200 Höhenmeter höher liegt. Der Anstieg ist nicht ganz so einfach für die Kleinsten der Familie, doch keiner wird getragen. Schritt für Schritt gelingt allen der Anstieg bis zum Gipfelkreuz. Dann hat sich die Großfamilie ihr Picknick verdient. An klaren Tagen ist das Panorama, das sich vom Zwieselberg aus bietet, spektakulär. Man sieht bis weit in die österreichischen Alpen.

Für die Kinder bietet der Blomberg dann noch eine ganz besondere Überraschung: Die Sommerrodelbahn. Eine der längsten und schönsten Europas. Auf knapp 1300 Metern Länge schlängelt sie sich durch den Bergwald. Das Tempo kann selbst bestimmt werden, die Kleineren dürfen bei den Erwachsenen mitfahren. Die Rodelbahn ist täglich von zehn bis siebzehn Uhr geöffnet. Und wer nur rodeln will, darf bei der Mittelstation aussteigen und dann hinunter fahren. Wir empfehlen aber den ganzen Ausflug zum Nachmachen!


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