Badelust statt Badefrust Tipps für die Badesaison
Endlich Sommer! Heiße Temperaturen locken viele Menschen ins Freibad, an den Badesee oder ans Meer. Wasser kann aber durchaus seine Tücken haben. Gesundheit! zeigt die häufigsten Gesundheitsfallen und wie Sie sich vor typischen Badekrankheiten schützen können.
Einige Gefahren sind unsichtbar, sie schwimmen mit, ohne dass wir es merken: Bakterien. Zu finden sind sie in allen Gewässern, egal ob im See, am Meer oder im Pool. Im Schwimmbad aber können sie besonders häufig und konzentriert auftreten. Beispiel: die Erreger Pseudomonas und Proteus. Sie können zu einer Ohren-Entzündung führen. Die sogenannte "Schwimmbad-Otitis" ist in den Sommermonaten relativ häufig.
"Beim Schwimmen kann Wasser in den äußeren Gehörgang eindringen. Dieses Wasser enthält Bakterien, die sich gut im warmen Klima des äußeren Gehörgangs vermehren können. Gleichzeitig zerstört aber auch das Wasser den natürlichen Schutz der Haut und erleichtert somit eine Infektion."
Dr. med. Peter Lehmann, Internist, beratender Arzt der DLRG
Typische Symptome: Das Ohr juckt, die Haut ist gerötet, es schmerzt. Der DLRG-Arzt rät:
"Auf jeden Fall sollten Sie mit Beschwerden im äußeren Gehörgang nach dem Baden zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen, der kann den Gehörgang reinigen, desinfizierende Substanzen oder auch Antibiotika einbringen."
Dr. med. Peter Lehmann, Internist, beratender Arzt der DLRG
Als Erstmaßnahme empfiehlt sich, ein Schmerzmittel zu nehmen und das Ohr von außen etwas zu kühlen Mit der richtigen Behandlung heilt die Infektion meist nach ein paar Tagen problemlos aus.
Damit es gar nicht erst so weit kommt: Nach dem Schwimmen das Wasser ausschütteln und die Ohren gut abtrocknen. Wattestäbchen sind bei der Ohrenpflege tabu: Sie schieben die Bakterien in den Gehörgang und begünstigen eine Infektion. Außerdem kann es zur Rückfettung der Haut empfehlenswert sein, während der Badesaison vorbeugend einen Tropfen Oliven- oder Babyöl ins Ohr zu tröpfeln So werden die Ohren "wasserfest".
Whirpool-Dermatits
ADAC-Test und EU-Studie
Keime lauern auch gerne im Whirpool. In der Wärme vermehren sie sich besonders schnell. Sind die Pools schlecht gewartet, kann der Besuch unangenehme Folgen haben. Es droht eine Dermatitis, ein lästiger Hautausschlag mit Bläschenbildung, für Laien sieht es aus wie ein Stich. Die Infektionskrankheit tritt meist wenige Stunden nach dem Pool-Besuch auf.
Meist heilt so eine Dermatitis nach ein paar Tagen spontan von selbst ab. Ist man verunsichert oder bessern sich die Symptome nicht, sollte man zum Hautarzt. In hartnäckigen Fällen müssen gegebenenfalls Antibiotika eingesetzt werden.
Wer vorbeugen will, sollte im Zweifel auf den Besuch im Whirpool verzichten. Wer das nicht will, sollte sich in jedem Fall nach dem Baden gründlich abduschen. Chlor kann die Haut austrocknen und reizen, deshalb sollte man sich nach dem Baden im Chlorwasser immer gut abduschen und die Haut anschließend mit Feuchtigkeit versorgen.
Fußpilz
Beim Besuch im Freibad graut es vielen Menschen vor Fußpilz. Meist holt man ihn sich aber gar nicht im Schwimmbecken oder am Beckenrand, sondern im Toiletten- und Umkleidebereich. Durch Wasser und Chlor quillt die Haut auf - damit wird sie anfälliger für Fußpilz.
Der beste Schutz, damit es nicht juckt: Die Füße immer gut abtrocknen - auch zwischen den Zehen. Richtige Pflege ist oberstes Gebot. Deshalb die Füße regelmäßig eincremen. Dann bleibt die Haut geschmeidig und ist weniger anfällig. Ganz wichtig: Da, wo sich viele fremde Füße treffen, immer Schuhe tragen!
Blaualgen
Link-Tipp
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Nicht nur in Schwimmbecken lauern Gefahren, auch am Badesee kann es gefährlich werden. Zum Beispiel durch Blaualgen oder Fäkal-Keime. In der Regel ist die Wasserqualität der Gewässer in Bayern jedoch sehr gut. In neun von zehn Seen kann man bedenkenlos baden. Wer will, kann sich auf den Internetseiten der Landratsämter über die Wasserqualität informieren. Dort erfährt man auch, wenn sich in einem See giftproduzierende Blaualgen gebildet haben.
"Diese Gifte können die Haut reizen und können, wird das Gift geschluckt, zu einer Symptomatik wie Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Durchfall führen."
Dr. med. Peter Lehmann, Internist, beratender Arzt der DLRG
Man sollte sich also bei entsprechenden Warnungen an das Badeverbot der Behörden halten.
Übrigens gilt am Badesee die Regel: Steht man bis zur Hüfte im Wasser, sollte man den Boden gut sehen können. Und: Die Farbe des Wassers lässt nicht auf die Qualität schließen.
Achtung: Viele Wasservögel können darauf hindeuten, dass sich besonders viele Fäkal-Keime im Wasser befinden. Im Zweifel sollte man solche Badestellen meiden.
Die akuten Notfälle
Neben harmlosen Badekrankheiten gibt es auch akute Notfällen, die im Wasser drohen:
Tipps zum Baden
Krampf
Lebensgefährlich kann ein Krampf werden - zum Beispiel in der Wade oder im Fuß. Durch Anspannung und Kälte verkrampft sich die Muskulatur. Vorbeugen ist nicht möglich. Am besten in der Rückenlage dehnen und dann langsam zurück ans Ufer. Notfalls um Hilfe rufen.
Abkühlen
Achtung: Wer aufgeheizt ins Wasser springt, ohne sich vorher abzukühlen, riskiert einen Kälte-Schock.
"Bei hohen Außentemperaturen und durch intensive Sonneneinstrahlung kommt es zur Umverteilung des Blutes im Körper. Springen Sie in einem solchen Zustand ins kalte Wasser, kommt es über Reflexe zum Herz-Kreislauf-Stillstand, einer lebensbedrohlichen Situation." Dr. med. Peter Lehmann, Internist, beratender Arzt der DLRG
Deshalb nicht mit dem Kopf, sondern mit den Füßen zuerst ins Wasser springen. Ganz wichtig: Vorher immer testen, ob es auch tief genug ist.
Voller Bauch
Baden macht hungrig: Doch Vorsicht: Nie mit vollem Magen ins Wasser gehen. Sonst kann es zu Übelkeit, Erbrechen und schlimmstenfalls Kreislaufproblemen kommen. Die Faustregel: Mindestens eine Stunde warten, bis das Essen verdaut ist.
Kinder
Ganz wichtig: Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt schwimmen - auch nicht im Schwimmbad. Wer unsicher ist, sollte nicht alleine ins Wasser gehen. Überschätzen Sie nie Ihre Kräfte - auch das kann lebensgefährlich werden.
Alkohol
Alkohol und Baden ist eine schlechte Kombination. Die Reaktionsfähigkeit nimmt ab und man neigt dazu, seine Kräfte zu überschätzen.
Mit diesen Tipps gehen Sie "nicht baden" und können das kühle Nass unbeschwert genießen. Übrigens: Schwimmen ist eine der gesündesten Sportarten überhaupt: Es schont die Gelenke und trainiert den gesamten Körper. Also, rein ins Badevergnügen!

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