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Infektabwehr Das Geheimnis der Hühnersuppe

Winterzeit ist Erkältungszeit. Und wen es erwischt hat, sollte nicht murren, wenn Oma mit ihrer hausgemachten Hühnersuppe kommt. Denn die hilft tatsächlich bei Infekten. Und sie kann sogar noch viel mehr ... kein Märchen!

Autor: Wolfgang Zündel Stand: 30.01.2012
Ein Teller mit  Hühnersuppe | Bild: colourbox.com

Es war einmal ein König, der hatte eine schreckliche Erkältung. Und selbst der beste Arzt seines Reiches konnte ihm nicht helfen. Die Sache hätte übel ausgehen können, wäre da nicht die Magd des Königs gewesen. Sie erinnerte sich an ein wundersames Heilmittel ihrer Großmutter, das auch schon deren Großmutter zubereitet hatte: eine kräftige Suppe! Sofort besorgte sie die wichtigste Zutat, deren erstaunliche Wirkung den Menschen bis in unsere heutige Zeit noch viele Rätsel aufgeben sollte ...

Hühnersuppe lässt Schleimhäute abschwellen

Dr. Stephen Rennard, Lungenspezialist an der Universität Nebraska, entschlüsselte das Geheimnis der Hühnersuppe. Er analysierte das Familienrezept seiner Frau und fand heraus: Zu Beginn einer Erkältung werden viel zu viele weiße Blutzellen in die Nasenschleimhäute transportiert. Und genau hier greift die Hühnersuppe ein. Der Forscher konnte herausfinden, dass Hühnersuppe eine leichte, aber deutlich messbare Fähigkeit hat, den Transport dieser Zellen zu reduzieren. Die Schleimhäute schwellen wieder ab. So lindert die Suppe tatsächlich Erkältungs-Symptome. Doch welcher Stoff genau dafür verantwortlich ist, blieb ein Rätsel.

Hühnersuppe gegen Bluthochdruck

Zurück zu unserem König. Der hatte seine Erkältung erfolgreich auskuriert. Aber er litt des öfteren an Kopfschmerz, schrecklichem Schwindel und Ohrensausen. Und wieder war sein Leibarzt ganz ratlos. Denn der König litt an zu hohem Blutdruck. Weltweit leiden heute über ein Milliarde Menschen daran - Herz und Gefäße werden ständig zu stark beansprucht, es droht ein vorzeitiger Tod.

Hier hilft das Huhn

Und siehe da - auch hier hilft das Huhn. Denn japanische Wissenschaftler haben eine verblüffende Entdeckung gemacht: Vor einigen Jahren tauchten erste Hinweise auf, dass Hühnerfleisch eine leicht blutdrucksenkende Wirkung haben kann. Das Forscherteam vermutete in Hühnerfüßen eine größere Menge des Stoffes, der den Blutdruck sinken lässt. Tatsächlich wurden sie fündig und konnten diesen natürlich vorkommenden Stoff, ein sogenanntes Kollagen-Hydrolysat, extrahieren.

Die Testphase zeigte, dass die tägliche Dosis von nur drei Gramm, also einer Messerspitze, für einen positiven Effekt genügt. Selbst hoher Blutdruck wird effektiv gesenkt.

Größter Vorteil des Blutdrucksenkers aus Hühnerfüßen: Er hat absolut keine Nebenwirkungen, die bei Medikamenten durchaus auftreten können.

"Ehrlich gesagt, waren die Ergebnisse auch für mich eine große Überraschung. Aber in Japan und generell im Orient ist es Tradition, dass man bei Kreislaufproblemen oder Schlaganfällen Hühnersuppe trinkt."

Dr. Ai Saiga-Egusa, Nipponham meat packers Inc., Tsukuba, Ibaraki, Japan

Dr. Saiga-Egusa und ihr Team bieten den Stoff als natürlichen Blutdrucksenker der Lebensmittelindustrie an. Etwa als Beimischung für Erfrischungsgetränke. Solche funktionellen Lebensmittel, denen gesundheitsfördernde Stoffe zugesetzt werden, sind in Japan sehr beliebt. Die Auflagen sind streng, erlaubt sind nur natürliche Zusätze, die nachweislich die Gesundheit verbessern müssen.

In Europa hingegen sind funktionelle Lebensmittel umstritten. Dabei gäbe es dafür Bedarf: Allein in Deutschland nehmen 20 Prozent der Bevölkerung blutdrucksenkende Medikamente ein. Blutdrucksenkende Lebensmittel wären für Pharmafirmen eine ernsthafte Konkurrenz.

Und wer weiß - hätte unser König japanische Hühnerfuß-Suppe einfach so im Laden kaufen können, dann wäre er vielleicht nicht gestorben und lebte auch noch heute ...

Info

Bereits im Altertum wird die Heilwirkung der Hühnersuppe beschrieben. Als Stärkungsmittel empfehlen Hebammen den Wöchnerinnen diese Suppe bis heute. In Amerika gibt es sogar einen Begriff, der synonym für Hühnersuppe gebraucht wird und den jeder kennt. "Jewish Penicillin" nennt man dort Hühnersuppe.