Bayerisches Fernsehen - Geschichten

Tino Käßner, Teil 2 Von Kabul in ein neues Leben

Tino Käßner fühlt sich fit und gut. Ganz anders seine Frau Antje, die ihre ganze Energie in die Genesung ihres Mannes gesteckt hat. Dann kam ihre Lebenskrise. Wenn ihre Tochter nicht gewesen wäre, sie hätte vielleicht nicht durchgehalten …

Stand: 10.01.2013
Ex-Bundeswehr Soldat Tino Käßner | Bild: BR Screenshot

Tino Käßner ist Berufssoldat bei der Bundeswehr, bis sich sein Leben für immer verändert. Am 14. November 2005 wird er bei einem Sprengstoffanschlag in Kabul so schwer verletzt, dass zunächst unklar ist, ob er das Attentat überleben wird. Am Ende hat er Glück - Tinos Leben können die Ärzte retten, seinen rechten Unterschenkel jedoch nicht. Trotzdem gibt Tino Käßner nicht auf. Mit eisernem Willen und der Unterstützung seiner Frau Antje lernt er wieder laufen und den Umgang mit der Prothese.

Nur drei Monate nach der Amputation fängt er sogar wieder mit dem Sport an. Der Sport ist es auch, der sein Leben in eine neue Richtung lenkt. Tinos Ehrgeiz ist entfacht. Dem Unglück zum Trotz will er sich beweisen, dass er auch mit einem Bein immer noch alles schaffen kann, was er sich vorgenommen hat. Und das ist nichts Geringeres als der Titel - bei der Deutschen Meisterschaft im Paracycling, im Behinderten-Radfahren in Holzkirchen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Denn Rückschläge gibt es zuhauf. Der Stumpf ist unberechenbar, immer wieder entzündet und verändert er sich - nicht zuletzt, weil Tino wie ein Besessener trainiert. Und: in seinem Bein stecken noch unzählige Splitter, die wandern und lebensgefährliche Verletzungen hervorrufen könnten.

Trotzdem lässt sich Tino Käßner von seinem Ziel nicht abbringen und sitzt 4 bis 5 Mal die Woche auf dem Rennrad. Und zwar nicht nur daheim, im oberbayerischen Murnau, sondern auch auf Mallorca - im Trainingslager der Deutschen Paracycling-Nationalmannschaft. Doch zuvor braucht er erst einmal eine neue Rennprothese, damit es auch klappt mit dem Titel.


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