Bayerisches Fernsehen - Geschichten

Als die Fremden kamen Vom Winterurlaub in Tirol

Skisport und Tirol gehören heute zusammen wie Hahnenkamm und Streif. Dabei warb die Region um Innsbruck noch vor hundert Jahren damit, dass es kaum Schnee gab. Wichtig waren vielmehr die gesunde Luft und das Spazierengehen ...

Stand: 14.02.2012
Vom Winterurlaub in Tirol | Bild: BR

"Sie sitzen in den Grandhotels, ringsrum sind Eis und Schnee, ringsrum sind Berg und Wald und Fels; sie sitzen in den Grandhotels und trinken immer Tee." Süffisant beschreibt Erich Kästner in seinem Gedicht "Vornehme Leute, 1.200 Meter hoch" den Winterurlaub in Tirol, damals noch eine Angelegenheit der besseren Gesellschaft.

Doch weniger die Teetrinker als vielmehr die Vorkämpfer einer neumodischen Sportart waren es, die dem alpinen Tourismus ein neues Gesicht geben sollten. Und so entdeckten immer mehr Skifahrer Tirol. Lifte gab es damals noch nicht, auch keine Sicherheitsbindung und auch keine Stahlkanten. Die Fahrt ins Ungewisse endete oft mit spektakulären Stürzen und diese sorgten gewissermaßen von selbst für eine natürliche Auslese. Gleichzeitig zogen Skiwettkämpfe in Innsbruck, St. Anton oder Kitzbühel vermehrt Schaulustige an und der Film machte die Helden der Piste zu Helden der Leinwand, allen voran der Arlberger Hannes Schneider. Immer mehr Menschen begeisterten sich nun für den Winterurlaub in Tirol, darunter zunehmend auch Normalverdiener. Die Hotels reichten nicht mehr aus und viele Tiroler Bauern öffneten ihre Gute Stube für die Fremden, absolvierten eine Skilehrerausbildung und verdienten auf der Piste bald mehr als im Kuhstall.