Bayerisches Fernsehen - Geschichten

Als die Fremden kamen Vom Winterurlaub in der Schweiz

Wer heutzutage nach Davos reist und eine Stimmung wie aus dem Zauberberg erwartet, wird enttäuscht. Die feudalen Hotels der Belle Epoque sind längst Beton und Glas gewichen. Dennoch hat sich der Ort einen ganz eigenen Charme bewahrt.

Stand: 14.02.2012
Schweizer Alpen | Bild: BR

Bei der Spurensuche nach den Anfängen des Wintersports in der Schweiz stieß der Autor Heio Letzel in der Graubündener Region Klosters - Davos, heute ein Eldorado für Ski- und Snowboardfahrer, auf einen gravierenden Unterschied zu den anderen Hochburgen St. Moritz, Zermatt im Wallis und einigen Orten im Berner Oberland, wie z. B. Grindelwald.

Nachdem der aus Deutschland stammende Arzt Alexander Spengler die heilende Wirkung des Davoser Höhenklimas erkannte, wandelte sich das ursprüngliche Walser Bergbauerndorf zu einem international renommierten Luftkurort. Aus den Bewegungen an der frischen Luft unter ärztlicher Betreuung entstanden die Sportarten Eislaufen, Schlittenfahren. Die ersten Ski hatten Gäste aus Norwegen im Gepäck. Mit neuen Behandlungsmethoden der Tuberkulose - in den 30ern des 20. Jahrhunderts wurde das Penicillin erfunden - kam der Umbruch. Um die sich leerenden Sanatorien und Hotels zu füllen, setzte man auf den Tourismus. Der Bau von Seilbahnen, Liften und eines Eispalasts forcierte die Entwicklung zum Wintersportort.

Davos tituliert sich inzwischen als "Stadt in den Bergen", Klosters dagegen sucht dem Erscheinungsbild aufgrund seines bäuerlichen Hintergrunds als Familienferienort treu zu bleiben.