Kreuzfahrten Was man vor einer Buchung wissen sollte
Trotz des Unglückes der Costa Concordia vor der italienischen Küste mit vielen Toten sind Seereisen mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden. Was sollten Kunden wissen, wenn sie die bunten Kataloge mit den Hammerpreisen lesen? Was sind die entscheidenden Fragen an die Veranstalter und woran erkennt man, ob Preis, Leistung, Qualität und Umweltstandards stimmen?
Zwei Wochen Kreuzfahrt von Portugal Richtung Süden. Für diesen Urlaub hat sich Walter Trux entschieden. Seit Jahrzehnten ist er ein begeisterter Kreuzfahrttourist.
"Sie wechseln nicht die Hotels. Sie bleiben während der Zeit von ein oder zwei Wochen immer im gleichen Zimmer und sehen Städte die sie vorher noch nie gesehen haben und die Ausflüge sind wenn das Schiff ist gut organsiert. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern."
Walter Trux, Kreuzfahrttourist
Über 9000 Euro kostet ihn diese luxuriöse Reise. Gleichzeitig locken immer mehr Reedereien mit Billigangeboten. Aber was steckt dahinter? Für 699 Euro gibt es zum Beispiel eine Woche Karibik auf der Oasis of the Seas. Einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, für über 6000 Passagiere. Ein fahrender Vergnügungspark. Für die 699 Euro gibt es aber nur eine Innenkabine, soll es eine mit Balkon sein, kostet es mehr, entscheidet man sich für die teuerste Reisezeit und rechnet den Flug dazu, zahlt man fast viermal so viel wie im Katalog angepriesen. Aber das ist noch nicht alles. In der Regel kosten auf den Schiffen die Getränke extra, für den Service muss oft ein tägliches Pflichttrinkgeld bezahlt werden, zum Beispiel 8 Euro. Dazu kommen die Landausflüge und die gehen ganz schön ins Geld. Bei Costa muss man für einen halben Tag Rhodos 43 Euro einplanen. Und Capri schlägt sogar mit 74 Euro zu Buche. Da können die Kosten schnell aus dem Ruder laufen.
"Früher war es so die Schiffsgröße zwischen 400 und 500 Betten, man hat an Bord das Argument gehabt mit den günstigen Preisen der Kunde wusste mit dem Buchen der Reise was er zahlt, heute lässt er sich oft blenden von günstigen Angeboten."
Alexander Möbius, Hochschule München
Unser Tipp: Man sollte sich genau informieren, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche noch dazukommen.
Ein Hauch von Luxus
Die Zahl der Deutschen, die eine Kreuzfahrt unternehmen, steigt. Das freut Menschen, wie Otto Schweisgut. Er ist Reisebüroinhaber und Vizepräsident des Deutschen ReiseVerbandes. Das Unglück der Costa Concordia werde den Boom der vergangenen Jahre nicht stoppen.
"Viele Kunden haben insbesondere Fragen zur Sicherheit der Schiffe, die Beratungsgespräche sind etwas intensiver aber wir stellen fest, dass es eigentlich keinen Einbruch bei Kreuzfahrten gegeben hat, weil die Kunden erkannt haben, dass Kreuzfahrten eines der sichersten Reisemittel überhaupt darstellen."
Otto Schweisgut, Deutscher ReiseVerband
Sicherheit
Die Kreuzfahrtschiffe müssen strenge Sicherheitsvorgaben erfüllen. Außerdem sind Rettungsübungen an Bord Pflicht. Bei einem kleinen Schiff mag im Ernstfall alles reibungslos klappen. Wenn sich aber ein großer Ozeandampfer zur Seite neigt könnten Crew und Passagiere leichter den Überblick verlieren.
"Ich glaube schon, dass mit der wachsenden Schiffsgröße eine sichere Evakuierung immer schwieriger wird, denn ich kann mir vorstellen es gibt da gewisse Potenzierungseffekte wenn sie ein Schiff haben mit 3000 Betten wie die Concordia und es gibt andere Schiffe mit 6500 Betten. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einem ähnlichen Fall das dort einfacher ablaufen würde."
Alexander Möbius, Hochschule München
Je mehr Menschen an Bord sind, desto größer ist also die Gefahr, dass etwas passiert. Doch Zweifel oder gar Angst passen nicht in diese heile Welt. Außerdem dürften sich viele hier an Bord keine Gedanken darüber machen, wieviel Energie so ein schwimmendes Hotel für zum Beispiel 3000 Passagiere verbraucht.
Fazit:
Schweröl, Energieverbrauch und ein Restrisiko bei der Sicherheit. Überzeugten Kreuzfahrttouristen kann das nicht den Spaß verderben. Doch Vorsicht bei den Kosten: Auch wenn viele Urlaube heute zu Schleuderpreisen angeboten werden: wirklich günstig ist diese Art des Reisens nicht.

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