Spenden Vorsicht vor schwarzen Schafen
Die Spendenbereitschaft in Deutschland ist nach wie vor ungebrochen. 2,3 Milliarden Euro haben die Deutschen im letzten Jahr gespendet - Tendenz steigend. Besonders vor Weihnachten erreichen viele Spendenaufrufe ihr Ziel - doch nicht alle Organisationen sind seriös, wie das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen dokumentiert.
Schön ist es, Gutes zu tun – besonders im Advent. Spendenvereine gibt es wie Sand am Meer – doch was kommt an von unseren Spenden? Viele Organisationen lassen sich vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen ein Spendensiegel ausstellen. Die Prüfung beim DZI ist freiwillig und viele meiden sie - erst recht die schwarzen Schafe.
"Die schwarzen Schafe sind leider keine Einzelfälle. Die Schäden liegen mit Sicherheit im zweistelligen Millionenbereich, vielleicht sogar im dreistelligen und diese schwarzen Schafe schädigen auf doppelte Weise: Zum einen mit dem Geld, was sie selbst in die eigenen Taschen stecken, zum anderen mit den Schäden für das Image aller Spendenorganisationen."
Burkhard Wilke, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen
Wirtschaftsjournalist Stefan Loipfinger beschreibt im Buch „Die Spendenmafia“, was sich hinter manchen Organisationen verbirgt, die jetzt vor Weihnachten unsere Briefkästen füllen.
"Da gibt’s ganz ganz schlimme Fälle. Die Hinterleute, die sich teilweise Riesenautos finanzieren, die sich Villen finanzieren. Luxusurlaube getarnt als Hilfsreise irgendwohin. Es wird einfach leider viel zu wenig kontrolliert."
Stefan Loipfinger, Buchautor
Loipfinger prangert an, daß viele Vereine zu viel Geld in Werbung stecken. So der Bundesverband Rettungshunde, der in ganz Deutschland Hundestaffeln ausbildet. "Ehrenamtliche trainieren zweimal pro Woche – und retten bei Katastrophen auf der ganzen Welt Verschüttete.
"Von daher sind wir immer auch auf der regionalen Schiene bei der Vermißtensuche auf die Spendenaktivität der Leute angewiesen. Ebenso auch in der Auslandsgruppe für unsere Schulung der Kräfte, Ausrüstung, und auch für Flugkapazitäten, um bei nem großen Einsatz schnell helfen zu können."
Maik Späth, Bundesverband Rettungshunde
Die Hundeführer wissen aber nicht, wieviel vom Spendengeld tatsächlich bei ihnen ankommt.
Bilanz 2008:
Teures mailing
Für Fördererwerbung: Gut 820-tausend Euro
Für Öffentlichkeitsarbeit 650-tausend.
65 Prozent der Einnahmen, also zwei von drei Spenden-Euros weg !
"Ein Großteil des Geldes – anhand der Zahlen, die wir mal vorgelegt bekommen haben, ist damals ganz klar wieder in solche Briefaktionen gesteckt worden."
Stefan Loipfinger, Wirtschaftsjournalist
Zuviel – findet der Spenden-TÜV
"Wenn eine Organisation mehr als dann wär das unvertretbar hoch"
Burkhard Wilke, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen
Nach DZI-Maßstab wäre maximal ein Anteil von 30 Prozent gemessen an den Einnahmen für Werbeausgeben zu verwenden.
Kein Interview vom Verband der Rettungshunde. Am Telefon werden Loipfingers Vorwürfe bestritten. Welche der vielen Spendenaufrufe sind nun seriös? Es fehlen Gesetze: Die Organisationen müßten ihre Bilanzen offenlegen. Dann könnten sie leicht überprüft werden. Nur in Rheinland-Pfalz ist das Pflicht – und dort wurden schon einige Vereine verboten. Anderswo müssen die Spender genau hinschauen – und zum Beispiel aufs Deutsche Spendensiegel achten.

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