Alpenkulinarik Streifzug durchs Chiemgau
Eine Schlemmertour auf Langlaufskiern führt den Schmidt Max von Hütte zu Hütte, von Inzell bis Schleching. Und weil (Ski)Wandern zu zweit mehr Spaß macht, hat er sich eine charmante Begleitung eingeladen: Evi Mittermaier, die Schwester von Gold-Rosi. Sie kennt das Gebiet rund um die Winklmoosalm wie keine Zweite.
So schmeckt die Region, lautet das Motto einer neuen Idee: Alpen-Kulinarik! Dahinter steckt dier Wunsch, bayerische Wirtshaustradition zu erhalten und den Gast mit regionalen und saisonalen Gerichten zu verwöhnen. Heimat, die man schmeckt und die schmeckt: Kaiserschmarrn aus Dinkelmehl, Almnuss'n mit Hollerkompott oder Roulade vom Ruperti-Rind. Für die "freizeit" hat der Schmidt Max deshalb den Speisekarten-Test gleich selber gemacht - und die Langlauf-Skier angeschnallt. Schließlich schmeckt das Essen noch mal so gut, wenn mann sich vorher an der frischen Luft kräftig verausgabt hat.
Mehr als 500 Kilometer Langlaufloipen gibt es in den Chiemgauer Alpen. Essens-Tester Max hat sich die Chiemgau-Marathon-Loipe ausgesucht - die etwa 40 Kilometer lange Strecke beginnt in Inzell, führt über Ruhpolding und das landschaftlich schön eingebettete 3-Seen-Gebiet bis nach Reit im Winkl. Auf dem Weg zu den "Testkandidaten" zeigt ihm seine persönliche Fremdenführerin Evi Mittermaier die schönsten und interessantesten Ecken ihrer Heimat.
Bevor der Max im alten Forsthaus Adelgaß ein Gamssteak testen kann, geht's zum kältesten See Deutschlands. Im Schatten des Staufen-Bergmassivs trifft den Frillensee im Winter kein Sonnenstrahl. Und so wurde hier schon vor über 50 Jahren der deutsche Eisschnelllaufclub gegründet. Frisch gestärkt machen sich die beiden auf den Weg zur zweiten Station.
Vorbei am 3-Seen-Gebiet laufen Max und Evi Richtung Ruhpolding. Hier treffen sie Eberhard Plenk, den Vater des Schuppenskis und Gründer der ersten deutschen Langaufschule. Weiter geht's nach Seegatterl und hinauf zur Winklmoosalm: Sportliche nehmen die Aufstiegsloipe, wer’s bequemer mag die Gondel. In der Traunsteiner Hütte bestellt sich Test-Esser Max eine Portion Dinkel-Kaiserschmarrn - natürlich erst nach einer sportlichen Runde auf der Panorama-Hochloipe.
Die letzte Runde führt Max und Evi hinunter nach Reit im Winkl zum Nordic Park, einer Fahrschule für Langläufer. Andi Mühlberger geht mit Gästen zum Üben in die Loipe: Bremsen, Abfahrt, Spurwechsel, wer will, kann von ihm im Nordic Park sogar Sprünge über die Schanze lernen. Nicht mit Sprüngen, aber mit zügigen Schritten gleiten die beiden auf der Marathon-Loipe dem letzten Ziel zu - dem Steinweidenhof in Schleching und der Topfenterrine mit gebeiztem Saibling. Heimat zum Schauen und Schmecken!
Rezepte
Forsthaus Adlgaß
Gamssteak
Man nehme ein Gamsfilet und brate es im kaltgepressten Rapsöl auf beiden Seiten für einige Minuten an, bis es schön rosa ist. Wichtig: Das Rapsöl nur leicht erhitzen, damit es nicht schwarz wird. Am Schluss das Filetstückerl mit etwas Salz, Pfeffer, Paprika und Majoran würzen.
Almnuss'n
250 g Dinkelmehl, 50 g Zucker, 3 Eier, 250 g Quark, 1 Schuss Rum, 1 TL Backpulver, 1 TL Vanillezucker, 1,5 Liter kaltgepresstes Rapsöl
Alle Zutaten zu einem Teig verrühren, kleine Kugeln formen und anschließend im heißen Öl 10 Minuten backen. Dazu gibt es Holunderkompott.
Traunsteiner Hütte
Kaiserschmarrn
3 Eier
3 EL Zucker
etwas Vanillezucker
3 EL Dinkelmehl, Typ 812
nach Geschmack Mandeln oder Rosinen
etwas Zucker zum Karamelisieren
Eier trennen. Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Eigelb mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren. Das Mehl über die Eigelbmasse geben und mit etwas Milch unterrühren. Eischnee vorsichtig unter den Teig heben und leicht vermengen. Wer will, kann Rosinen oder Mandel zugeben. In der Pfanne bei niedriger Hitze von beiden Seiten goldbraun anbraten. Sobald der Teig fertig gebacken ist, die Masse in der Mitte der Pfanne etwas zerteilen und mit dem zusätzlichen Zucker karamelisieren.
Steinweidenhof
Terrine vom Bergbauerntopfen mit Saibling
200 g Bergbauerntopfen, 100 g Creme fraiche, 100 g Sahne, 4 Blatt Gelatine, 2 Tomaten, Schnittlauch
Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, Topfen mit Kräutern und Gemüsewürfeln mischen und würzen. Gelatine mit etwas Fonds auflösen und mit der geschlagenen Sahne und den restlichen Zutaten vermischen. Die Masse in eine Terrineform abfüllen und zwei Stunden kaltstellen.
2 Saiblingsfilet, 1 Bund Dill, 1 Lorbeerblatt, Wacholder, Pfefferkörner, 50 g Salz, 30 g Zucker, 1 cl Enzianschnaps
Die Saiblingsfilets von Gräten befreien und den Dill fein schneiden. Die restlichen Zutaten kurz mixen und mit dem Dill mischen. Die Filets mit der Gewürzmischung gut bedecken und mit dem Enzian beträufeln. In Frischhaltefolie 24 Stunden gekühlt marinieren. Dazu passen marinierte Petersilienwurzel oder Schwarzwurzeln.
Weitere Informationen
Alpenkulinarik
www.alpen-kulinarik.de
Langlaufen im Chiemgau
www.chiemgau-tourismus.de

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