Würzburg Martin Wiese muss wieder vor Gericht
Martin Wiese muss sich erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Würzburg erhob Anklage gegen den vorbestraften Neonazi. Ihm werden unter anderem Volksverhetzung, Bedrohung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Wiese war im Sommer ins Visier der Ermittler geraten. Bei einer Kundgebung in Unterfranken soll der 35-Jährige Journalisten bedroht haben - unter anderem mit den Worten: "Wir werden eines Tages kommen, euch aus euren Löchern holen, euch vor einen Volksgerichtshof stellen und euch wegen Deutschlands Hochverrat verurteilen zum Tode."
Während seiner Rede auf dem sogenannten Nationalen Frankentag in Roden im Landkreis Main-Spessart soll Wiese zudem ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Seine Idee - unser Weg" und der Signatur "Adolf Hitler" getragen haben. Das Amtsgericht Gemünden am Main entscheidet nun über die Zulassung der Anklage.
Rückblick: Terrorprozess von 2005
Martin Wiese ist bereits vorbestraft. Er war im Jahr 2005 in München in einem Terrorprozess um einen vereitelten Bombenanschlag auf das Jüdische Zentrum als Kopf der "Kameradschaft Süd" zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Die Richter sprachen ihn damals der Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie mehrerer Waffendelikte schuldig.
Wiese hatte seine Strafe im Herbst 2010 abgesessen und konnte das Gefängnis unter Auflagen verlassen. Dazu zählte auch ein Kontaktverbot zu seinen Gesinnungsfreunden aus der rechtsextremen Szene. Weil er im November 2011 im oberfränkischen Wunsiedel dagegen verstoßen haben soll, ermittelt derzeit auch die Staatsanwaltschaft Hof gegen ihn.

Wetter

