Attacke auf Nazi-Gegner Keine Spur von den Vandalen
Nach der Vandalismus-Attacke gegen Michael Helmbrecht, den langjährigen Sprecher der Gräfenberger Bürgerinitiative gegen Rechts, gibt es noch keine heiße Spur. Die Täter werden im rechtsextremistischen Milieu vermutet.
Die Polizei teilte mit, es sei zwar naheliegend, dass die Täter aus der rechten Szene kämen, es gebe dafür aber keine konkreten Hinweise. Auch hätten sich Hinweise, wonach am Tatabend eine Gruppe von Männern aus der rechten Szene in Gräfenberg unterwegs gewesen seien, bislang nicht bestätigt.
Scheiben eingeschlagen
Unbekannte hatten am Freitag (30.12.11) Auto und Wohnhaus des ehemaligen Sprechers des Gräfenberger Bürgerforums demoliert. Bei seinem Auto wurden sämtliche Scheiben eingeschlagen und alle Reifen zerstochen. Außerdem soll eine übelriechende Flüssigkeit in den Briefkasten des Nazi-Gegners gekippt worden sein. Michael Helmbrecht hatte fast drei Jahre lang immer wieder gegen monatliche Aufmärsche von Neonazis protestiert.
Von der Tat geschockt
Der 53 Jahre alte Helmbrecht war am Morgen von einer Nachbarin auf den Angriff hingewiesen worden. Er halte die Tat für eine gezielte Attacke auf seine Person. Die deutliche Handschrift von Brutalität und Aggression habe ihn schockiert, sagte Helmbrecht.
Mehrere tausend Euro Schaden
Helmbrecht erklärte im Bayerischen Rundfunk, er sei schon häufiger Opfer von rechtsradikalen Schmähungen und Angriffen geworden. So massiv sei er aber noch nie bedroht worden. Der Schaden an Haus und Auto beläuft sich Schätzungen zufolge auf mehrere tausend Euro. Seit Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie stand Helmbrecht sowohl als Sprecher der Allianz gegen Rechts als auch als ehemaliger Sprecher des Gräfenberger Bürgerforums wieder vermehrt in der Öffentlichkeit. Die Allianz ist ein Zusammenschluss von rund 120 Städten und Gemeinden sowie über 100 weiteren Einzelorganisationen in Franken.
Gefahr auch von Links?
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte unterdessen davor, neben der Gefahr von Rechts auch die Gefahren durch den Linksextremismus nicht zu unterschätzen. Dieser stehe zwar "angesichts der aufgedeckten rechtsextremistischen Terrormorde derzeit weniger im Fokus", das dürfe aber "nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere der gewaltbereite Linksextremismus seit Jahren auf dem Vormarsch ist", sagte Herrmann.

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