Rechte Gewalt Anschläge auf Nazi-Gegner
Bürger, die gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit kämpfen, sehen sich vermehrt von rechter Gewalt bedroht. In Fürth wurden am Wochenende erneut Autoreifen zerstochen. Die Polizei vermutet Racheakte aus rechten Kreisen.
In der Nacht zum Montag (09.01.12) seien die Autoreifen eines Aktivisten aus Fürth zerstochen worden, teilte das Bündnis gegen Rechts mit. Ende November war ebenfalls in der Kleeblattstadt der Wagen eines Antifaschisten angezündet worden. Zudem seien die Scheiben eines Stadtteilladens eingeschlagen worden. Das Fürther Bündnis gegen Rechts spricht von einer Anschlagserie durch Täter aus der rechtsextremen Szene.
Ermittler werten Handy-Daten aus
Die Fürther Kriminalpolizei hat inzwischen eine fünfköpfige Ermittlergruppe auf die Fälle angesetzt. Polizeisprecher Bernd Rauenbusch sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Taten könnten rechtsradikal motiviert sein. Die Ermittler werteten derzeit Handy-Daten aus. Noch gebe es aber keine heiße Spur.
Angriff auf Nazi-Gegner in Gräfenberg
Auch der ehemalige Sprecher der Gräfenberger Bürgerinitiative gegen Rechts und derzeitige Sprecher der Allianz gegen Rechts, Michael Helmbrecht, wurde vor kurzem Opfer einer Attacke von Vandalen. Unbekannte hatten Ende Dezember sämtliche Scheiben seines Autos eingeschlagen und die Reifen zerstochen. Außerdem soll eine übelriechende Flüssigkeit in den Briefkasten des Nazi-Gegners gekippt worden sein. Michael Helmbrecht hält die Tat für eine gezielte Attacke auf seine Person, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Er sei schon häufiger Opfer von rechtsradikalen Schmähungen und Angriffen geworden. So massiv sei er aber noch nie bedroht worden.
Grüne fordern mehr Einsatz gegen rechte Gewalt
Angesichts dieser Anschläge fordern die Grünen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mehr Einsatz gegen rechte Gewalt. "Wir haben den Eindruck, dass Herrmann die Problematik in seinem Ausmaß noch nicht ganz wahrnimmt", sagte Bayerns Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. Es dürfe nicht sein, dass Menschen, die Zivilcourage zeigten, Zielscheibe rechtsextremistischer Angriffe würden, teilte der Grüne Landtagsabgeordnete Sepp Dürr mit.

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