Zeil am Main Dokumentationszentrum "Zeiler Hexenturm"
Im kleinen Zeil am Main wurden während des 30-Jährigen Krieges über 400 Hexen verbrannt. Nun trägt die Stadt ihrer Geschichte Rechnung: mit dem "Zeiler Hexenturm", einem Informations- und Dokumentationszentrum zur Hexenverfolgung.
Der Stadtturm von Zeil am Main ist ein Originalschauplatz der Hexenverfolgung. Er diente in den Wirren des 30-jährigen Krieges als Hexenverlies. Nun wird das Informations- und Dokumentationszentrum am Sonntag (20.11.11) im Turm eröffnet.
Anschauliche Ausstellung
Im Dokumentationszentrum "Zeiler Hexenturm" werden zahlreiche Dokumente ausgestellt. Interessierte Besucher finden unter anderem das Tagebuch des Zeiler Bürgermeisters Johann Langhans, der selbst Opfer der Hexenverfolgung wurde und Briefe und Protokolle der Vernehmungen und Folterungen der betroffenen Menschen.
Schwerpunkt der Hexenprozesse in Zeil am Main
Das kleine Zeil am Main war einst Richtstätte des Hochstifts Bamberg. Insgesamt 884 Menschen fielen im Hochstift Bamberg dem Hexenwahn zum Opfer. Manche Experten gehen auch von einer hohen Dunkelziffer und somit von weit über 1.000 Opfern aus. Damit gehören die Hexenprozesse in Bamberg zu den umfangreichsten Hexenverfolgungen in der Geschichte. Der Ort Zeil am Main bildete einen Schwerpunkt der Bamberger Hexenprozesse. 400 angebliche Hexen wurden allein hier verbrannt.
Verbrennung der Hexen
Die schaurige Praxis der Hexenverfolgung lief nach einem bestimmten Muster ab.Die angeblichen Hexen wurden langen Verhören und Folter ausgesetzt, um letztlich ein Geständnis zu erpressen. Die geständigen Hexen wurden in der damaligen Zeit mit dem Feuertod bestraft und auf einem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Als Akt der Gnade galt die vorherige Enthauptung oder Erdrosselung.

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