Bayerisches Fernsehen - Der Letzte seines Standes?

Der Letzte seines Standes? Der Erzgießer aus Nürnberg

Nürnberg, ehedem freie Reichsstadt, ist seit dem frühen Mittelalter ein Zentrum der Erzgießerei. Unterhalb der Burg liegt seit über 170 Jahren die Werkstätte, in der der Letzte vom Stande der Gießermeister, Franz Jahn, Bronze in Bildwerke verwandelt.

Stand: 30.12.2011
Erzgießer Franz Jahn | Bild: BR

Die Gießerhütte in der Burgschmietstraße in Nürnberg besteht unverändert seit dem Jahre 1850. Gießermeister Franz Jahn arbeitet dort ganz in der Tradition seiner berühmten Vorgänger Peter Vischer und Daniel Burgschmiet.

Alle paar Monate heizt er den alten Schmelzofen an. Mit einem riesigen Holzkran hievt der Meister das glutflüssige Metall über die in einem tiefen Sandbett eingegrabene Form, die er in tagelanger Arbeit sorgfältig für den Guß vorbereitet hat. Er ist der Letzte, der noch die Kunst der Reliefherstellung beherrscht. Im alten Johannis-Friedhof aus der Renaissancezeit, ganz in der Nähe der Jahn'schen Werkstatt, findet man noch solche erzgegossenen Grabtafeln auf den letzten Ruhestätten Nürnberger Bürger.