Sofaschwund und Schnäppchenfund Über die Kunst, sich von Krempel zu trennen
Angeregt von der lustigen Geschichte mit der Coach-Geiselnahme, erzählen einige Lansinger von ihren ganz privaten Sperrmüllerlebnissen und Sortierungsaktionen.
Bernhard Ulrich genoss den Abenteuerspielplatz Sperrmüllgrube
"Als ich noch ein Kind war, sind meine Eltern von Ramersdorf aus immer zu einer dieser so genannten Sperrmüllgruben gefahren. Das war so Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Die Jungbauern fanden damals wohl ihre alten Bauernmöbel nicht mehr schön und haben sich neu eingerichtet. Und die schönen und wertvollen Schränke und Kommoden sind auf dem Sperrmüll gelandet.
Meine Eltern haben diese Gruben leidenschaftlich abgefahren auf der Suche nach Schätzen. Und für meinen Bruder und mich waren das die tollsten Abenteuerspielplätze. Was wir nicht alles in den Schubladen gefunden haben!"
Silke Popp mistet gerade gründlich aus
"Ich ziehe gerade um, deshalb ist dieses 'Sperrmüll-Thema' auch für mich privat aktuell, ich bin gerade richtig am Ausmisten. Ich hatte mal eine Phase, in der ich viel selbst gebastelt und gebaut habe. Und in meinem Keller stehen entsprechend viele Regale herum und alte Farben und sonstiger Müll. Und das werde ich nächste Woche entsorgen.
Wie meiner Uschi ist es mir auch schon mal passiert, dass ich was weggeschmissen habe und mir dann einen Monat später gedacht habe, das könnte ich jetzt doch noch gut gebrauchen. In erster Linie passiert mir das bei Klamotten. Die habe ich fünf Jahre lang nicht an, dann bring ich sie zur Altkleidersammlung und sobald sie weg sind, findet sich eine Gelegenheit, zu der ich sie prima hätte gebrauchen können."
Christine Reimer ist eine Sammlerin
"Ich bin grundsätzlich nicht so gut darin, Sachen wegzuschmeißen, bin wohl eher eine Sammlerin. Aber wenn ich ausmiste, was vielleicht alle zehn Jahre mal vorkommt, dann radikal. Allerdings möchte ich nicht, dass gut erhaltene Sachen auf dem Sperrmüll landen. Deshalb sortiere ich aus und bringe alles, was noch gut in Schuss ist, zur Caritas. So weiß ich, dass es Leute gibt, die sich über die Dinge freuen können und die Sachen noch eine Verwendung finden."
Hans Stadlbauer durchstöbert am liebsten Halle 2
"Es gibt in München die Halle 2, dort werden ausrangierte Möbel und anderes gesammelt und verkauft. Da gehe ich in unregelmäßigen Abständen hin, um durchzuschlendern, Leute zu treffen und zu schauen, was es so gibt. Es ist wirklich unglaublich, welch schöne Dinge von den Menschen einfach entsorgt werden. Da wird einem wirklich bewusst, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Ich habe dort auch selbst schon ein Schnäppchen geschlagen und mir für wenig Geld einen wirklich schönen, alten Stuhl mit grünem Samtbezug gekauft."

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