Die Wiesn Wiederkehr des Immergleichen
Das Kostüm, die wilde Fahrt, der Rausch: die Wiesn ist ein jährlich wiederkehrendes Ritual. Das wir keinesfalls verpassen dürfen! Was sagt das über uns? Capriccio hat nachgeschaut, bei den Großen. Was würde Nietzsche meinen, was Camus? Müssen wir uns den Wiesnbesucher als glücklichen Menschen vorstellen?
Jedes Jahr aufs Neue - also gehen natürlich auch wir wieder auf die Wiesn, mit philosophischem Anspruch allerdings, mit Nietzsche im Hinterkopf ... Die ewige Wiederkunft anzunehmen, ist der Schritt zur höchsten Lebensbejahung, lehrte der Philosoph, und wir glauben, das Oktoberfest ist genau der Ort an dem diese These verifiziert werden kann. Alles bleibt immer gleich, wiederholt sich immer wieder. Ist nicht die Essenz einer jeden guten Feier, dass sie zu nichts führt, dass sie nutzlos ist? Dass man nach ihrem Ende nur darauf wartet, dass es wieder los geht! Immer dasselbe also - geplante Ekstase. Kennen wir das nicht schon längst alles zur Genüge?
"Das macht ja nichts, dass darf sich ruhig jedes Jahr wiederholen", hat uns eine Wiesnbesucherin erzählt und ist damit ganz nah bei Nietzsche, der sagt "Alle Lust will Ewigkeit". Und mit Camus fragen wir uns: Ist es philosophischer Selbstmord, auf die Wiesn zu gehen, oder ist es philosophischer Selbstmord, die Herausforderung Wiesn nicht anzunehmen? Capriccio auf dem Oktoberfest.
Autor Fernsehbeitrag: Klaus Uhrig

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