Familie Well Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum
Ein Heimatabend an den Münchner Kammerspielen, inszeniert von Franz Wittenbrink, dem genialen Musik-Regisseur und Neffen von Alfons Goppel
Familienaufstellung einer Großfamilie! Sechs der 15 Well-Geschwistern gemeinsam auf der Bühne. Burgi, Bärbi und Moni von den "Wellküren", Karli sowie Christoph und Michael von der "Biermösl Blosn" - die ja seit kurzem Geschichte ist. Das Stück "Fein sein, beinander bleibn" an den Münchner Kammerspielen inszeniert eine Probensituation: Die Wells bereiten darin gerade ein neues Programm vor - denn sie bekommen Angebote aus aller Welt, aufzutreten. Hinter der Bühne hängt eine Vielzahl von Instrumenten herum, und die Geschwister Well wechseln sich ständig damit ab. Akkordeon, Alphorn, Dudelsack, Flöte, Geige, Harfe, Kontrabass, Maultrommel, Saxophon, Trompete, Zither ... Die Wells spielen Mozart als Gstanzl, und "Highway to Hell" auf dem Hackbrett. Inszeniert hat den Abend der Regisseur Franz Wittenbrink, der auch aus einer Großfamilie stammt, er hat zwölf Geschwister. Sein Onkel Alfons Goppel ist der ehemalige Bayerische Ministerpräsident. Mit den Wells inszeniert Wittenbink eine hausmusikalische, vielstimmige Familienaufstellung in der man mal übereinander herzieht, Streitereien aus der Kindheit wiederaufgreift und sich dann wieder versöhnt. ""Die Musikalität ist so herrlich", sagt Wittenbrink. "die spielen so toll, dass man es im Grunde gar nicht glaubt, dass kaum einer von denen Noten kann." Gerhard Polt tritt als Gast auf, und die 92-jährige Mutter Traudl Well sitzt auch mit auf der Bühne. "Wenn alle Kinder beinander sind, friedlich, das freut mich am meisten", sagt sie.
Wer hätte gedacht, dass Mitglieder dieser beiden Familien - die Wells, eine Art jahrzehntelange inoffizielle bayerische Opposition, zusammen mit dem Neffen eines CSU-Ministerpräsidenten - einmal gemeinsame Sache machen? Über das titelgebende Lied "Fein sein, beinander bleibn" sagt Wittenbrink: "Merkwürdigerweise verbindet das diese beiden Familien. Bei der Familie Well - also von den Eltern her - war das das Lieblingslied, und bei mir war es das Lieblingslied von Onkel Alfons und Tante Gertrud. Und das wurde im Grunde auch bei uns wie eine Art Nationalhymne behandelt."
Autor Fernsehbeitrag: Andreas Krieger

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