Bayerisches Fernsehen - Capriccio

Terunobu Fujimori Mobile Teehäuser, Dächer voll Schnittlauch

Japans berühmter Architekturdenker Terunobu Fujimori ist in der Münchner Villa Stuck zu sehen.

Stand: 25.07.2012
Terunobu Fujimor | Bild: BR

Terunobu Fujimori gilt als einziger surrealer Architekt der Welt. Die Villa Stuck zeigt nun eine umfassende Ausstellung des japanischen Künstlers. Fujimori, ausgebildeter Architekt, stammt aus einem japanischen Bergdorf und befasste sich schon immer mit der Natur. Zunächst war er auf seinem Gebiet als Historiker tätig, bis er auf Anregung einer Priesterfamilie für die Stadt Chino einen Museumsbau entwarf. Dabei entdeckte er seinen eigenen Stil: eigenwillig, organisch und originell.

Terunobu Fujimori im "Walking Café"

Die von ihm entworfenen Häuser haben oft einen steinzeitlich anmutenden Charme: höhlenartig mit viel Bewuchs: "Ich will Architektur und Natur verschmelzen. Wie bei unserer Haut. Aus der sprießen ja auch Haare. Genauso soll es mit den Pflanzen bei meinen Häusern sein", erklärt Fujimori. Bekannt ist er vor allem durch seine Teehäuser; Objekte mit abgeschlossenen Räumen und niedrigem Eingang. In diesen Werken versucht er besonders, traditionelle japanische Elemente mit seinen persönlichen Gestaltungsformen zu kombinieren. Ein Höhepunkt dieser Ausstellung ist mit Sicherheit im Garten der Villa Stuck zu bestaunen, das Teehaus mit dem Titel "Walking Café", ein runder Bau auf stelzenartigen Füßen - angeblich so betitelt aus Rücksicht auf die hiesige Kaffee-Kultur.

Die Villa Stuck zeigt mit ihrer Ausstellung "Terunobu Fujimori. Architekt" erstmals in Deutschland rund 140 Exponate aus seiner Schaffenszeit von 1986 bis 2012. Die Werkschau beinhaltet Zeichnungen, Modelle, Fotografien und Architekturpläne, aber auch speziell für einige Häuser entworfene Möbel aus Holz und Rattan.

Info

Die Ausstellung "Terunobu Fujimori. Architekt" ist bis 16. September in der Villa Stuck zu sehen.

Autor Fernsehbeitrag: Matthias Leybrand


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