"Joseph Anton" Salman Rushdies Erinnerungen
Zwölf Jahre musste Salman Rushdie im Untergrund leben, versteckt an geheimen Orten. Grund: Die Fatwa - der Mordaufruf des Ayatollah Khomeini wegen des Romans "Die satanischen Verse". Nun erzählt Rushdie in dem Buch "Joseph Anton" seine Erinnerungen an jene Jahre.
1989 verhängte Ayatollah Khomeini die Fatwa über Salman Rushdie, Autor des Romans "Die satanischen Verse". Im Fernsehen sah Rushdie, wie in Teheran von Demonstranten sein Tod gefordert worden ist - und wie sein Buch von einem fanatisierten Mob auch in England verbrannt wurde. "Das hat mich in meinem tiefsten Inneren getroffen - zu sehen, wie ein Buch zuerst an einen Pfosten genagelt, und dann angezündet wird. Zuerst gekreuzigt, und dann verbrannt", sagt Rushdie. "Das Schlimmste, was einem Schriftsteller passieren kann".
Fortan konnte Rushdie kein normales, freies Leben mehr führen. Er musste jahrelang im Verborgenen leben, an geheimen Aufenthaltsorten, geschützt von Leibwächtern und gepanzerten Autos. Auch seinen Sohn, der bei der Mutter lebte, konnte er nur insgeheim und in Polizeibegleitung treffen. Jetzt hat Rushide ein Buch vorgelegt, "Joseph Anton", wie sein Deckname lautete. Es sind seine Erinnerungen an jene Jahre.
Im Rückblick erscheint die Fatwa gegen Rushdie als Vorbote. Dass die Drohungen gegen ihn kein Einzelfall, sondern Anzeichen für einen zunehmenden, weltweiten islamistischen Terrorismus seien, hat der Autor selbst immer wieder betont.
Info
Salman Rushdie: "Joseph Anton. Autobiografie" ist im C. Bertelsmann Verlag erschienen.
Autor Fernsehbeitrag: Joachim Gärtner

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