Ins Herz der Finsternis Der Roman "Claustria"
Der französische Autor Régis Jauffret hat über die monströsen Taten des Josef Fritzl aus Amstetten einen Roman geschrieben. "Claustria", von der französischen Kritik begeistert aufgenommen, ist jetzt auf Deutsch erschienen.
Josef Fritzl heißt weiter Josef Fritzl, der Ort Amstetten heißt Amstetten, andere Figuren bekommen lediglich einen anderen Vornamen. Fritzl, der seine Tochter mehr als zwei Jahrzehnte lang in den Keller sperrt, immer wieder vergewaltigt und mit ihr sieben Kinder zeugt - dieser Fall ist nun zur Romanhandlung geworden, die das Leben seiner Protagonisten bis in die Zukunft des Jahres 2055 hinein erzählt.
Wir haben den Autor in Paris besucht. Er wollte die ganze Geschichte haben, sagt Régis Jauffret. Sein Job wäre kein journalistischer gewesen, sondern die Imagination. Das Buch ist ein Versuch, sich in den Keller hineinzudenken. Während die französische Kritik vor allem begeistert war, wird das Buch in Österreich sehr kontrovers diskutiert und löste mehrheitlich negative Kritik, ja sogar Empörung aus.
Auch wenn der Autor sagt, sein Buch sei ein Roman, so betrifft er doch lebende Personen, sagt Heidi Kastner, psychiatrische Gutachterin im Fall Fritzl, mit der wir uns über das Buch unterhalten haben. Und der Roman vermische eben Fakten und Fiktion - die Leser könnten aber leicht annehmen, es habe sich alles wirklich so zugetragen. Und in der Tat, der Roman "Claustria" ist weder reine Fiktion, noch Reportage - Capriccio über einen schwierigen Fall von "Faction"-Literatur.
Info
Régis Jauffret: "Claustria" ist im Verlag Lessingstrasse 6 erschienen.
Autor Fernsehbeitrag: Lars Friedrich

Wetter


