Bayerisches Fernsehen - Capriccio

"More than honey" Das Bienensterben und seine fatalen Folgen

Der Dokumentarfilm "More than honey" zeigt, wie die globale, industrialisierte Landwirtschaft unsere Lebensgrundlage bedroht.

Stand: 24.10.2012
Filmszene aus "More Than Honey" | Bild: Senator Film

Jeden dritten Bissen, den wir zu uns nehmen, verdanken wir den Bienen. Doch die Bienen sterben in Scharen. In Bayern ist im letzten Jahr jedes dritte Bienenvolk gestorben, vor ein paar Jahren war es nur jedes zehnte.

Filmszene aus "More Than Honey"

Regisseur Markus Imhoof zeigt den Zustand der Bienenpopulationen von der Familienimkerei bis hin zu industrialisierten, riesigen Honigfarmen. In seinem Film sieht man, wie es Bienen in der industriellen Monokultur-Landwirtschaft in den USA ergeht. In riesengroßen Mandelplantagen sammeln sie Nektar - sind die Blüten verblüht, gibt es dort allerdings mit einem Mal überhaupt nichts mehr, wovon sie leben könnten. Die Bienenvölker werden mit Trucks durchs Land transportiert, dahin, wo gerade Blüte ist - für die Tiere ein unglaublicher Stress. Antibiotika sollen sie fit halten, dennoch müssen immer wieder Völker nachbestellt werden. In China fand Imhoof schließlich sogar Regionen, in denen es keine Bienen mehr gibt. Hier wird aus Blüten Pollenpulver gemacht, mit dem von Menschen in Handarbeit Blüte für Blüte befruchtet werden muss. Das Bienensterben ist eine große Bedrohung - die Ursachen dafür sind vielfältig: Stress, Inzucht, Antibiotika, Pestizide und häufiger Milbenbefall.

Markus Imhoof

Ein Aussterben der Bienen wäre katastrophal. Ausgerechnet die gefürchtete "Killerbiene" gibt nun Hoffnung. Bei ihr handelt es sich um eine brasilianische Laborzüchtung, eine Kreuzung aus europäischen und afrikanischen Bienen. Einige Schwärme konnten entkommen und breiten sich seither rasant aus. Die Tiere sind wilder und viel aggressiver, als die herkömmlichen Bienen - und sie lassen sich nicht mehr so leicht benutzen. Sie sind auch weit weniger anfällig für Krankheiten. Es gibt bereits Imker, die mit ihnen arbeiten. Die Killerbiene werde noch da sein, wenn es uns nicht mehr gibt, sagt uns Regisseur Imhoof im Interview.

Info

"More than honey" läuft ab 8. November im Kino.

Autor Fernsehbeitrag: Matthias Leybrand


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