Ein Fall für Capriccio Die Rettung der ältesten Wallfahrtskirche Böhmens
Chlum Svaté Maří, mit deutschem Namen Maria Kulm, im Egerland in Tschechien. Einst der bedeutendste Wallfahrtsort Böhmens, eine Kirche mit großer Vergangenheit. Doch noch bis vor einigen Jahren drohte sie völlig zu verfallen.
Der Ort Maria Kulm wurde bereits 1341 urkundlich erwähnt. Mehrere Kapellen und Kirchen, erst aus Holz, dann aus Stein, um ein Gnadenbild der Gottesmutter mit Kind, folgten hier einander über die Jahrhunderte. Die barocke Wallfahrtskirche in der heutigen Gestalt wurde ab 1690 vom oberbayerischen Baumeister Christoph Dientzenhofer erbaut und galt 1728 als vollendet, für Pilger aus der Oberpfalz war sie so bedeutend wie Altötting für die Altbayern. Bis weit ins 20. Jahrhundert pilgerten jedes Jahr Zehntausende Wallfahrer hierher - vor allem aus der Oberpfalz und aus Oberfranken. Diese Wallfahrten brachte erst die Nazizeit, dann der Kommunismus zum Erliegen. Als Pilger nach dem Fall des eisernen Vorhangs die Tradition der Wallfahrt nach Maria Kulm wieder aufnahmen, war die Kirche bereits schwer beschädigt, Regenwasser sickerte in ihr Inneres, die Stuckdecke hat schwer gelitten, ebenso die Wand- und Deckengemälde.
2006 hat Capriccio die Kirche besucht und noch in einem weitgehend desolatem Zustand vorgefunden. Erste Renovierungsarbeiten, etwa der Kapelle mit dem berühmten Gnadenbild, zeugten aber bereits wieder von der vergangenen Pracht. Nun, sechs Jahre später, waren wir erneut vor Ort. Mittlerweile wurde - auch dank der Berichterstattung in Capriccio - bereits über eine Million Euro in die Renovierung gesteckt und die dringlichsten Schäden damit behoben - doch um die Kirche wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen, werden noch erheblich größere Summen von Nöten sein.
Autorin Fernsehbeitrag: Angelika Kellhammer

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