Ausstellung im Jexhof Magie und Aberglaube
Wenn Unwetter drohte oder das Vieh auf unerklärliche Weise verstarb, wandte man sich früher gerne den schwarzen Mächten zu und versuchte, mit Beschwörungsformeln oder Hexenpulver Abhilfe zu schaffen. Das Bauernmuseum Jexhof zeigt die Ausstellung: "Magie - Frömmigkeit - Aberglaube. Der Blick hinter die Dinge." - alles rund um den Aberglauben.
Früher sah man die Ursache für Schicksalsschläge wie Unwetter, Feuer oder Krankheit oft in bösem Zauber und Hexerei. Besonders in der ungebildeten Landbevölkerung hielt sich der Aberglaube, sowie das vermeintliche Wissen um geheime Mächte und die Angst vor dem Teufel noch lange - sogar bis in die Gegenwart.
Die Ausstellung "Magie - Frömmigkeit - Aberglaube. Der Blick hinter die Dinge" behandelt dieses Thema in zahlreichen Exponaten. Darunter eine Stalltüre aus Nürtingen, die mit verschiedenen Gegenständen geschmückt ist. Der Volkskundler Stephan Bachter, der die Ausstellung zusammen mit Dr. Claudia Preis kuratiert hat, erläutert ihre Bedeutung: "Für unsere Vorfahren war es ganz entscheidend, das Böse draußen zu halten, und dazu haben sie verschiedene Objekte angebracht. Alles, was unruhig ist, was in Bewegung ist, verwirrt die Hexen und hält sie draußen. Sie kommen nicht an spitzen Gegenständen vorbei." Ebenso wichtig war es für Mägde und Knechte abends die Besen und Gabeln mit dem Stiel nach unten aufzustellen - auch das half gegen böse Einflüsse.
Menschen, die sich mit diesen Kräften auskannten und die man in Notsituationen um Hilfe bat, waren die Hexenbanner. Einerseits war man unter Umständen auf sie angewiesen, aber andererseits mochte man nichts mit ihnen zu tun haben. Sie waren oftmals gefürchtet und gleichzeitig geachtet. "Eine der berühmtesten Hexenbanner-Familien war die Familie Schroth aus Wolfschlugen in den Fildern bei Stuttgart", erklärt Bachter. Bis in die 50er-Jahre bereisten sie mit einem schwarzen Mercedes Süddeutschland und boten ihre Dienste an - sie ließen sich dafür gut bezahlen.
Info
Die Ausstellung "Magie - Frömmigkeit - Aberglaube. Der Blick hinter die Dinge" im Bauernmuseum Jexhof in Schöngeising bei Fürstenfeldbruck gibt bis 29. Januar Einblicke in die Praxis des Aberglaubens auf dem Lande.
(Autor Fernsehbeitrag: Andreas Krieger)

Wetter


