Babylon ... Eine mit Spannung erwartete Uraufführung
Die Idee dafür hatte er schon lange im Kopf: Ein legendäres Liebespaar aus der babylonischen Mythologie war Vorbild für Jörg Widmanns neue Oper. An der Bayerischen Staatsoper wird "Babylon" nach einem Libretto des Philosophen Peter Sloterdijk nun uraufgeführt.
Der Schauplatz: das antike Babylon. Der Jude Tammu lebt hier wie sein Volk im Exil. Die Babylonier opfern noch Menschen, die Juden haben das Menschenopfer bereits abgeschafft. Es sind zwei Kulturen, die hier aufeinandertreffen - die eine dient einer Vielzahl von Göttern, die andere dem einen Gott. Doch Tammu hat sich in die babylonische Priesterin Inanna verliebt. Nichts Geringeres als die freie Liebe verkörpert die schöne Priesterin. Allerdings bricht das Chaos über die Welt hinein, die Sintflut. Tammu soll in einem rauschenden Fest von den Babyloniern geopfert werden, die damit die Ordnung wieder herstellen wollen, doch Inanna steigt daraufhin bis in die Unterwelt, um ihren Geliebten wiederzuholen und damit zu einer neuen Weltordnung zu finden.
Wir haben die Proben zu Widmanns und Sloterdijks komplexer Oper, die gleichzeitig große Liebesgeschichte und Zivilisationsgeschichte ist, besucht. Inszeniert hat sie Carlus Padrissa von der katalanischen Theatergruppe La Fura dels Baus. Am Samstag, den 27. Oktober ist Uraufführung unter Dirigent Kent Nagano. In der Rolle der Inanna ist die Sopranistin Anna Prohaska zu hören, den Part des Tammu übernimmt der Tenor Jussi Myllys.
Info
Jörg Widmann: "Babylon", Uraufführung am Samstag 27.10.2012 im Münchner Nationaltheater.
Weitere Vorstellungen am Mitwoch 31.10.2012, Samstag 03.11.2012, Dienstag 06.11.2012, Samstag 10.11.2012.
BR-Klassik überträgt die Uraufführung live aus dem Münchner Nationaltheater, am Samstag, 27.10. von 19.00 bis 22.00 Uhr.
Autorin Fernsehbeitrag: Angelika Kellhammer

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