Der neue Dietl! "Zettl"
Am liebsten würden wir schweigen. Helmut Dietl, einer unserer absoluten Lieblingsregisseure. Sieben lange Jahre mussten wir auf seinen neuen Film warten. Jetzt ist er da, "Zettl" heißt er.
Für seinen neuen Film hat Helmut Dietl ein Staraufgebot zusammengetrommelt: Ulrich Tukur, Götz George, Karoline Herfurth, Harald Schmidt, Dieter Hildebrandt, Senta Berger und Michael Bully Herbig in der Hauptrolle des Chefredakteurs Max Zettl. Der Film will anknüpfen an Dietls Erfolgsserie "Kir Royal" aus den 80er-Jahren, mit Franz Xaver Kroetz in der Rolle des Klatschreporters Baby Schimmerlos: Max Zettl, die Hauptfigur in Dietls neuer Komödie, war Chauffeur von Baby Schimmerlos und will nach dessen Tod jetzt selbst die große Karriere machen. In Berlin wird Zettl Chefredakteur einer Online-Zeitung, verkauft den Klatsch aus der Welt der Politik und kommt dabei manchen Intrigen und Affären auf die Spur. "Zettl" soll eine Satire sein, auf eine skrupellose, überhitzte Medienwelt, in der man es mit Charakterlosigkeit am weitesten bringt. Ein Berliner Stadtoberhaupt, das sich umoperieren lässt, und ein tiefgefrosteter Bundeskanzler sollen für Schlagzeilen sorgen. "Zettl hat überhaupt keine Vision. Er hat auch kein konsequentes Ziel", sagt sein Darsteller Michael Bully Herbig. "Das würde ja bedeuten, dass er irgendwie noch an etwas glaubt. Das tut er ja nicht. Er glaubt ja an gar nichts. Er will nur nach oben, egal wie."
Natürlich misst man Dietls neuen Film unwillkürlich an seinen wunderbaren früheren Serien und Filmen, die längst sprichwörtlich sind. "Jetzt stelle ich wirklich fest, dass mir diese Figuren alle nicht mehr gehören", sagt Regisseur Dietl. "Die gehören längst anderen - euch! Und dem Volk, und was weiß ich. Also, mir gehört nichts mehr. Mir gehört kein Schimmerlos mehr und auch kein Monaco Franze. Die gehören mir alle nicht mehr". Die neuen überzeichneten, klamaukigen Figuren in "Zettl" hingegen - sie reichen leider in keinem Moment an ihre legendären Vorbilder heran. Von Dietls großartiger Dialogkunst ist in diesem Film nichts mehr übrig, es wirkt als habe er sein absolutes Gehör dafür verloren.
Autor Fernsehbeitrag: Lars Friedrich

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