Hans-Albers-Villa Das Volk sieht nichts!
Die Hans-Albers-Villa war einmal eines der schönsten Anwesen am Starnberger See. Die Witwe von Hans Albers hat die Villa samt paradiesischem Grundstück an den Freistaat verkauft. Laut Kaufvertrag muss er sie der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ein Seegrundstück fürs ganze Volk. Bis heute, 40 Jahre lang, ist das nicht passiert. Die Geschichte einer unglaublichen Schlamperei.
Garatshausen am Starnberger See: In den 1930er-Jahren kaufte der Schauspieler und Sänger Hans Albers hier eine Villa mit großem Grundstück. Ein wunderschönes Anwesen mit Park und Bootshaus. Hier lebte er mit seiner Lebensgefährtin Hansi Burg und ging seinem Hobby, der Rosenzucht, nach. Albers starb 1960. 1971 verkaufte Hansi Burg dann die Villa samt Grundstück an den Freistaat Bayern. Im Kaufvertrag steht, dass dieser die Villa der Öffentlichkeit zugänglich machen muss, doch dazu ist es bis heute nicht gekommen. In der Villa hatte man eine Versuchs- und Ausbildungsstation für die Seenfischerei der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei untergebracht. Der Park verwilderte, seit einigen Jahren steht die renovierungsbedürftige Villa nun leer.
Seit 2003 gab es Versuche des Freistaats, den Besitz zu verkaufen. Jetzt hat der Haushaltsausschuss des Landtages die Pläne, das Hans-Albers-Anwesen zu verkaufen, auf Eis gelegt. Über eine weitere Nutzung soll zunächst mit der Gemeinde Feldafing, zu der Garatshausen gehört, verhandelt werden. Bernhard Sontheim, der Bürgermeister von Feldafing, kann sich ein Hotel und Restaurant vorstellen. Andreas Kapphan, vom "Kulturverein Garatshausen", würde gerne noch weiter gehen, wünscht sich eine Zukunft, die sie wirklich der Öffentlichkeit zugänglich machen würde: Er schlägt vor, das der Freistaats den Besitz behält und dem Kulturverein zur Verfügung stellt. In der Villa könnten dann Lesungen und Konzerte stattfinden, außerdem könnte man hier die Orts-Chronik unterbringen. Zunächst müsste die Villa freilich dringend renoviert werden. Den schönen Rosenpark könnten die örtlichen Bauhöfe zusammen mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung wieder herrichten und so auch die Uferzone zugänglich machen, schlägt Kapphan vor. Ein ähnliches Projekt gelang ja schon einmal erfolgreich mit der nahen Roseninsel. Capriccio hat sich vor Ort umgesehen.
Autor Fernsehbeitrag: Stefan Brainbauer

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