Ivry Gitlis Besuch bei einem Jahrhundertgeiger
Diesen Sommer ist er Neunzig geworden - der einzigartige Geiger Ivry Gitlis. Capriccio hat diesen wunderbar eigenen Menschen in Paris besucht.
"Manchmal ist ein richtig hässlicher Klang wunderschön", sagt der Geiger Ivry Gitlis. Es müsse eben nicht immer alles schön klingen. Er spielt eine Stradivari von 1713, und er spielt sie voller Intensität und Inspiration. "Der fühlende Mensch ist die Geige, nicht das Stück Holz, das man in der Hand hält", sagt er.
Ivry Gitlis wurde in Haifa, im heutigen Israel, geboren. Seine Eltern kommen aus Russland. Seine Mutter zog mit ihm nach Paris, damit er dort von berühmten Geigern unterrichtet werden kann. Während des Zweiten Weltkriegs gingen sie nach London. "Ich habe bei den Angriffen immer Geige geübt", sagt der Violinist. In den 50er- und 60er-Jahren wurde er dann in Paris berühmt. Er spielte nicht nur die Klassiker, sondern voller Leidenschaft auch die Neue Musik. 1968 tritt er für den "Rolling Stones Rock and Roll Circus" auf, spielt in einer Session mit Yoko Ono ein Stück ein. Er spielt mit wem er will, ob mit Dizzy Gillespie, mit Oscar Peterson oder der Metal-Band seines Sohnes. Er interessiert sich für den Nachwuchs, unterrichtet Meisterklassen und will, dass junge Geiger Mut haben zu eigenständigem, kreativem Spiel. Ivry Gilitis im Interview.
Info
CDs:
Ivry Gitlis & Vienna Symphony Orchestra: "The Art of Ivry Gitlis: Violin Concertos", Brilliant Classics
Ivry Gitlis: "Méditation de Thaïs - 18 Pièces célèbres pour violon", EMI Classics
Ivry Gitlis: "Le Violon du Diable", Philips
Ivry Gitlis: "24 Caprices pour violon seul, opus 1", Philips
DVDs:
Classic Archive: "Tchaikovsky Violin Concerto in D major", EMI Classics
"Rolling Stones - Rock And Roll Circus", Universal Music
"Ivry Gitlis and the Great Tradition". Gonzo Multimedia
"Le violon sans frontières", Classifilms
Bücher:
Ivry Gitlis: "L’âme et la corde" (Neuausgabe), Buchet-Chastel
Ivry Gitlis: "L’âme et la corde", Éditions Robert Laffont
Philippe Clément: "Ivry Gitlis - L’homme du Violon", Clément
Autor Fernsehbeitrag: Andreas Krieger

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