Bayerisches Fernsehen - Capriccio

Die Vermessung der Welt Die unglaubliche Geschichte der Gebrüder Schlagintweit

1854 brechen drei Münchner im Auftrag der East India Company in das Himalaya-Gebirge auf. Sie sind dort die ersten Forscher überhaupt. Capriccio hat die drei Brüder wiederentdeckt.

Stand: 19.09.2012
Zeichnung der Gebrüder Schlagintweit | Bild: BR

Im Himalaya sind sie in Höhen von fast 7.000 Metern vorgedrungen - damals Weltrekord. Und das noch ganz ohne Hightechausrüstung. Die Brüder Hermann, Adolf und Robert Schlagintweit hatten zunächst die bayerischen Voralpen und das Monte-Rosa-Massiv erforscht. Es ging ihnen nicht um Gipfel, um Rekorde, sondern um die Wissenschaft. Eine Arbeit, für die mehrere Begabungen nötig waren: Sicheres Bergsteigen, genaues Malen, exakte Messungen. Im Auftrag der East India Company bereisten die Brüder Indien und Zentralasien.

Gebrüder Schlagintweit

Zum Teil zogen sie mit einem Tross von Hundert Mann durchs Land. Zunächst wurden die bereisten Gegenden noch gemalt, später ließ Robert eine 200 Kilo schwere Fotoausrüstung samt Dunkelkammerzelt mitschleppen und zählt damit zu den ersten Fotografen überhaupt in Indien. Oft gingen sie getrennte Wege, teilten sich für ihre Erkundungsreisen auf, um sich später wieder zu treffen. Adolf kehrte nicht in seine Heimat zurück. Er wurde enthauptet, wahrscheinlich, weil er im damaligen Grenzgebiet zu China für einen chinesischen Spion gehalten worden ist.

Wir haben uns mit Friederike Kaiser, der Leiterin des Alpinen Museums in München, über die Gebrüder Schlagintweit unterhalten. Dort wird derzeit eine neue Ausstellung über sie vorbereitet. Und wir haben Helmut Schaefer getroffen, einen Bergsteiger, der ihre Touren nachgegangen ist.

Autor Fernsehbeitrag: Klaus Uhrig


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