Bayerisches Fernsehen - Capriccio

Dokumentarfilm Speed - auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Unser Leben findet im Hamsterrad statt: immer noch mehr Beschleunigung. Eigentlich sollte der technische Fortschritt uns helfen, Zeit einzusparen. Der Regisseur Florian Opitz geht in seiner großartigen Dokumentation" Speed" nun der Frage nach, warum wir immer weniger Zeit haben und macht sich auf die Suche nach alternativen Lebensmodellen.

Stand: 26.09.2012
Zeit ist Geld. Die unerbittliche Mahnung am Finanzplatz London | Bild: Camino Filmverleih

Die Wettbewerbslogik unserer Gesellschaft trägt zur Beschleunigung bei. Mails werden rund um die Uhr gecheckt, per Handy ist man dauernd erreichbar, der Feierabend droht ein nostalgisches Gefühl zu werden, gerade für die Menschen, die einem am nächsten stehen, fehlt die Zeit, die man sich eigentlich für sie nehmen will, und das, was einem wichtig ist, schiebt man immer wieder auf ...

Florian Opitz

Florian Opitz hat sich in der beschleunigten Welt umgesehen und dem Phänomen der Zeitnot nachgeforscht. Er hat Unternehmensberater und Finanzmanager getroffen, mit Wissenschaftlern und Therapeuten über den chronischen Mangel an Zeit gesprochen. Und er hat Aussteiger getroffen, die ihr Leben verändert haben, um wieder Zeit für sich zu finden. Zum Beispiel einen Journalisten, der ein halbes Jahr lang auf Internet und Handy verzichtet hat. Und einen ehemaligen Investmentbanker, der auf eine Alm gezogen ist. Die Suche nach alternativen Modellen, mit unserer Zeit umzugehen, führt den Filmemacher bis nach Patagonien und Bhutan. Er beschäftigt sich mit Bruttonationalglück, Wachstumsverzicht und dem Modell für ein Grundeinkommen. Eine allgemeingültige Lösung mit der eigenen Zeit wieder ins Reine zu kommen, will und kann der Film "Speed" nicht geben, aber er ist eine kluge Bestandsaufnahme unseres gehetzen Lebens.

Info

"Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" läuft ab 27. September im Kino.

Autor Fernsehbeitrag: Matthias Leybrand


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