Bayerisches Fernsehen - Capriccio

Deutscher Pavillon Streit um die Künstlerauswahl für die Biennale 2013

Eine der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt: die Biennale in Venedig. Den Deutschen Pavillon der Schau der 55. Biennale 2013 bespielen diesmal vier Künstler. Jetzt ist ein Streit darüber entbrannt, warum so wenig Deutsche darunter sind.

Stand: 17.10.2012
Deutscher Pavillon auf dem Areal der Biennale in Venedig | Bild: BR

Große Aufregung um die Auswahl der Künstler für den deutschen Pavillon. Weltoffenheit zeige man nicht dadurch, dass man die Künstlerinnen und Künstler des eigenen Landes ausschließt, heißt es in einer Stellungnahme des Deutschen Künstlerbundes. Denn Susanne Gaensheimer, die Kuratorin des Deutschen Pavillons hat folgende vier Künstler eingeladen: Den chinesischen Künstler Ai Weiwei, die indische Fotografin Dayanita Singh, den Fotografen Santu Mofokeng aus Südafrika und den in Deutschland geborenen und lebenden Filmemacher Romuald Karmakar.

Susanne Gaensheimer

Der Streit geht um die Frage, ob der Deutsche Pavillon auf der Biennale nicht ein Forum für deutsche Künstler sein sollte - schließlich gibt es dort ja eben gerade die Länderpavillons, in denen sich Nationen präsentieren. Deutschland solle aber auf der 55. Biennale in Venedig nicht als hermetische nationale Einheit, sondern als aktiver Teil eines komplexen, weltweiten Netzwerkes repräsentiert werden, wird die Auswahl Gaensheimers in der Presemitteilung mit ersten Informationen zum Deutschen Beitrag zur 55. Biennale von Venedig 2013 begründet.

Frank Michael Zeidler

Wir haben mit Frank Michael Zeidler, dem Ersten Vorsitzenden des Künstlerbundes gesprochen. Auch in Deutschland hätte es Künstler gegeben, die für eine offene Repräsentation im Deutschen Pavillon in Frage gekommen wären, sagt er. Und wir haben zeitgenössische Künstler nach ihrer Meinung gefragt: Wir sprechen mit dem Aktionskünstler Wolfgang Flatz, mit dem Maler Bernd Zimmer und dem Konzeptkünstler Rudolf Herz. Bleiben die deutschen Künstler ungerechtfertigterweise außen vor - oder ist die Idee der nationalen Pavillons tatsächlich überholt? Und ist das Konzept der Kunstbiennale in Venedig als Länderschau heute überhaupt noch zeitgemäß? Capriccio über einen Kunststreit und die Frage nach der Bedeutung der Nationalität.

Autorin Fernsehbeitrag: Antje Harries


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