"Der Architekt" Größenwahn und Schöpfergeste
Die grandiose Ausstellung "Der Architekt" in der Pinakothek der Moderne in München erzählt von 5000 Jahren Baukunst und ihren Meistern vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart.
Imothep gilt als der Erste, der mit behauenen Steinen gebaut hat, er ließ die Stufenpyramide in Sakkara errichten und wurde danach sofort zum Gott erhoben, 2700 Jahre vor Christus ... In der Pinakothek der Moderne kann man sich derzeit einen guten Überblick über Geschichte und Gegenwart eines Berufsstandes machen.
Es gehöre mit zum Nimbus des Architekten, etwas zu schaffen aus dem Nichts, und derjenige, der damit angefangen habe, sei natürlich Gott gewesen, sagt Prof. Dr. Winfried Nerdinger, der Gründungsdirektor des Architekturmuseums der TU München, das seit zehn Jahren eigene Räume in der Pinakothek der Moderne bespielt. Gott als Architekt also oder der Architekt als Gott ... Mangelndes Selbstbewusstsein gehört jedenfalls selten zu den Eigenschaften eines Architekten. Der berühmte Frank Llyod Wright etwa sagte von sich, er sei der größte Architekt, der jemals gelebt habe. In Chicago wollte er 1956 einen 1700 Meter hohen Turm errichten, mit atomkraft-betriebenen Aufzügen. Er ist allerdings nicht realisiert worden.
Anhand von Modellen, Fotografien, Zeichnungen, Skulpturen und Filmen erzählt die Ausstellung die spannende Geschichte des Architekten-Berufs vom Alten Ägypten über die griechische und römische Antike, Mittelalter und Renaissance bis in die Gegenwart und beleuchtet vor allem auch das enge Verhältnis der Architekten zur Kunst und Musik. Winfried Nerdinger verabschiedet sich mit dieser Schau vom Architekturmuseum, und die Pinakothek der Moderne schließt danach erst einmal ihre Pforten - ihre Architektur hat nach zehn Jahren bereits Risse in der Rotunde und bedarf der Sanierung ...
Info
Die Ausstellung "Der Architekt - Geschichte und Gegenwart eines Berufsstandes" ist bis zum 3. Februar 2013 in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen.
Autor Fernsehbeitrag: Norbert Haberger

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