Bayerisches Fernsehen - Capriccio

Jubiläum 25 Jahre Capriccio

Am 20. Januar 1987 startete das mittlerweile legendäre Kulturmagazin des Bayerischen Fernsehens. Ein funkelndes Stück Fernsehgeschichte: geniale Sätze, verwegene Thesen, klare Haltung, großer Humor. Öfter mal hymnisches Lob und ab und zu wilde Verrisse. Capriccio - ein Kulturmagazin mit eigenen Ansichten und einer ganz eigenen Ästhetik - selten gehasst, aber oft heiß geliebt ...

Stand: 08.03.2012
Ex-Capriccio Redakteure mit Tänzerinnen im Weihnachtsvideo von 1999  | Bild: BR

Vor 25 Jahren lief die erste Sendung! Eine Kultursendung mit eigenem Blick! Die spannendsten Interviewpartner, die besten Beiträge, berühmte erste Sätze ... Ein Beitrag zu Thomas Bernhard beginnt: "Erstens: ich habe ein UFO gefilmt, nahe Ohlsdorf. Zweitens: Thomas Bernhard ist der lustigste Schrifsteller der Welt." Und unsere Besprechung einer Plastikausstellung in der Neuen Sammlung, München, startet mit: "1969 war Gott eine Rakete und das Evangelium aus Plastik."

Marcel Reich-Ranicki

Unkonventionell und trotzdem klar, unterhaltsam und leicht, aber mit Tiefe. Immer auf der Suche. Zu großem Lob, enthusiastischer Begeisterung bereit. Dabei mit Härte und Unbestechlickeit. Kultur, das ist in Capriccio immer auch Kulturlandschaft. Nicht nur die schönen Seiten kommen in den Blick, sondern auch das geht uns an: Ästhetische Umweltverschmutzung, furchtbare Architektur, Zersiedelung, Flächenfraß, Autobahnbau, Bayern in Beton. Die bayerische Kulturlandschaft schützen, die Welt retten!

Bei allem Ernst gilt unsere Liebe dabei immer wieder auch dem Philososchwurbel! Die Philosophie von Ludwig Wittgenstein haben wir anhand von Fußball erklärt. Ein wahnsinnig schlauer Beitrag, der vielleicht alles bedeutet - vielleicht aber auch nichts. Und wir haben entdeckt, dass Bayern 14 Jahre lang von einem Philososchwurbler regiert wurde! "Verfassung, das bedeutet letzten Endes Kompetenz-Kompetenz. Wer hat die Kompenz-Kompetenz?" Das fragen wir uns auch, und keiner konnte das formulieren wie Edmund Stoiber! Aber wir lassen eher sie zu Wort kommen:

Cameron Carpenter

Musiker, Autoren, Schauspieler, Architekten, Bürger, die etwas zu sagen haben. Und wir haben große Entdeckungen gemacht: So wie die Band "La Brass Banda", für Capriccio hat sie vor laufender Kamera sogar einen Song komponiert. Oder den jungen, wilden Organisten Cameron Carpenter. Er ließ sich von uns zwölf Stunden ohne Pause filmen. Ein Vierteljahrhundert Capriccio - einige Augenblicke mit dem Besten daraus:

Carla Bruni

Mit Anna Netrebko, Roger Moore, Marcel Reich-Ranicki, Carla Bruni, Herbert Achternbusch, Oscar Niemeyer, La Brass Banda, Cameron Carpenter, Biermösl Blosn, Kraudn Sepp ... Interviews für die Ewigkeit.


Autor Fernsehbeitrag: Matthias Leybrand