Vitali Klitschko "Die Chancen stehen 50:50"
Am Samstag kämpft Vitali Klitschko in München gegen den Briten Dereck Chisora um den WM-Titel im Schwergewicht. Bei Blickpunkt Sport sprach er über die Vorbereitung, seine Chancen und seine Zukunftspläne.
Klitschkos Herausforderer glänzt in den Tagen vor dem WM-Kampf in der Münchner Olympiahalle vor allem durch markige Sprüche. "Vitali wird in der achten Runde K.o. gehen", sagte der 27-Jährige bei der Pressekonferenz. Klitschko gab sich bei Blickpunkt Sport zurückhaltend und wollte keine Prognose abgeben: "Die Chancen stehen 50:50. Ich möchte den Gegner auf keinen Fall unterschätzen."
"Jung, gut, aggressiv und wild"
Obwohl Chisora zuletzt eine umstrittene Niederlage gegen den Finnen Robert Helenius einstecken musste, schätzt Klitschko seinen Gegner als stark ein: "Er ist jung, gut, aggressiv und wild." Zudem machte er klar, dass bereits die kleinste Unachtsamkeit den Kampf entscheiden könne: "Das ist Schwergewicht. Jeder Schlag kann entscheidend sein. Deshalb weiß kein Experte im Voraus, was im Ring geschehen wird."
Klitschkos Zukunft noch offen
Ob der Kampf vielleicht schon sein letzter sein wird, ließ der 40-Jährige offen: "Ich bin 40 Jahre alt. Selbstverständlich sagen viele Boxfans: Vitali, du musst noch zehn Jahre kämpfen. Ich verstehe das, ich liebe den Sport. Aber man muss realistisch sehen, dass man nicht immer boxen kann." Es könne jedoch sein, dass er noch in diesem Jahr ein zweites Mal in den Ring steigt, so Klitschko. Ohnehin habe er im Moment nur das Kräftemessen mit Chisora im Kopf: "Ich bereite mich auf jeden Kampf vor, als wäre es der letzte."
"Mein Trainer kennt meinen Körper besser als meine Frau."
Vitali Klitschko über seinen Trainer Fritz Sdunek, der ihn seit 1996 betreut
Zweites Standbein als Politiker
Eine zweite Karriere hat Klitschko bereits in Angriff genommen. In seinem Heimatland Ukraine engagiert er sich seit Jahren politisch, im November dieses Jahres will er mit seiner Partei ins Parlament einziehen. Sein Ziel ist es, die europäischen Werte auch in der Ukraine zu verankern: "Wir brauchen eine Demokratie in der Ukraine. Leider sind wir davon noch weit entfernt." Im Vergleich zur politischen Arbeit sei das Boxtraining fast schon Entspannung, meint sein Trainer Fritz Sdunek: "Ich habe erlebt, was er in Kiew für ein Pensum leistet. Da ist das Trainingslager Erholung."
"Ehrgeiz und unbedingter Siegeswille."
Fritz Sdunek über die besonderen Eigenschaften von Vitali Klitschko

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