Bayerisches Fernsehen - Blickpunkt Sport

Rainer Koch Heiße Spekulationen um neuen DFB-Präsidenten

Am Freitag hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger seinen Rücktritt angekündigt. Nun gibt es wilde Nachfolge-Spekulationen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch sagte in Blickpunkt Sport, wen er gerne auf diesem Posten sehen würde.

Stand: 05.12.2011

Von Theo Zwanzigers Rücktrittserklärung am Freitag waren viele überrascht, auch Rainer Koch. "Es kam für uns alle überraschend", sagte Koch. Dennoch hat der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes Verständnis für Zwanzigers Entscheidung: "Wenn er der Meinung ist, die Aufgaben (Anm. d. Red.: Zwanzigers Aufgaben bei der FIFA und UEFA)  auf mehrere Schultern zu legen, dann kann man das so machen. Nur sollte es jetzt zügig gehen.

Entscheidung schon Ende der Woche?

Der überraschenden Abschiedsankündigung von Zwanziger, folgt nun die Frage: Wer beerbt den DFB-Präsidenten? "Die wichtigste Haupteigenschaft eines Präsidenten sei Profis und Amateure unter einem Dach zusammenzubringen", meint Koch. In der Debatte um die Nachfolge soll eine schnelle Lösung gefunden werden. An diesem Mittwoch wollen die Landesverbandsvorsitzenden und das Präsidium des DFB in Frankfurt/Main die Weichen für die Post-Zwanziger-Ära stellen. Möglicherweise steht der neue Mann schon am Ende der Woche fest.

Hoeneß sagt ab

Fest stehen aber auch schon die Absagen von Liga-Präsident Reinhard Rauball und DFB-Vizepräsident Rainer Koch: "Ich sehe meine Rolle darin, den regionalen Amateurfußball zu unterstützen. Das reicht mir", begründet Koch seine Absage. Auch Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß lehnen dankend ab: "Ich habe ja von Anfang an gesagt, dass meine Position die des Präsidenten des FC Bayern ist. Wir haben noch so viele Aufgaben zu machen in den nächsten Jahren und da verschwende ich keine Gedanken daran nach Frankfurt zu gehen", so Hoeneß.

Wolfgang Niersbach

Im Rennen sind angeblich noch Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke, Ex-VfB-Stuttgart-Präsident Erwin Staudt sowie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der als heißester Kandidat gehandelt wird und von Franz Beckenbauer ins Rennen gebracht wurde. "Ich stimme Franz Beckenbauer zu", sagt Koch. "Der Franz hat ja meistens recht. Wolfgang Niersbach ist gut vernetzt und hat hervorragende Verbindungen zu den Profis und Amateuren."

Nebenschauplätze und Krisenszenarien

Nicht alles lief rund in den letzten Monaten beim DFB: Schiedsrichterskandal, Steueraffäre und das Machtspiel zwischen  Zwanziger und DFB-Vizepräsident Rainer Koch. "Jetzt nachzutreten wäre nicht richtig", sagt dieser. Zwanziger hätte große Leistungen erbracht, auch wenn er sich an der ein oder anderen Stelle verrannt habe und Schritte alleine gegangen sei, meint Koch. Der scheidende DFB-Präsident Theo Zwanziger will sich bei der Suche nach einem Nachfolger nicht unter Zeitdruck setzen. "Es ist ja noch nicht ganz so weit, ich bin ja noch im Amt. Wir werden das in aller Ruhe entwickeln, man muss sich um den deutschen Fußball keine Sorgen machen", sagte der 66-Jährige.