22. Februar 2012 Zwischen Weßlinger See, Pilsen- und Wörthsee
Über den Wolken: Das Seenland aus der Vogelperspektive
Weßlinger-, Pilsen- und Wörthsee sind die drei "Kleinen" im Fünf-Seen-Land. Das heißt aber nicht, dass sie nicht mindestens so viel zu bieten haben wie Ammersee und Starnberger See. Ganz im Gegenteil: Im 19. und 20. Jahrhundert sind die Münchner in Scharen gekommen, um sich die herrliche Landschaft zu erwandern und an den malerischen Seen auszuspannen. Aber auch die Künstler und Promis hat die Gegend immer schon angezogen: So waren Renoir, Heinrich Brüne und viele andere zu Besuch in Weßling und haben dort auch gemalt.
Alois Alzheimer, der als erster ein ganz bestimmtes Krankheitsbild beschrieben hat, hat hier gelebt. Und jeder kennt die Gottschalk-Villa im Ort – auch Herr Hopp. Weßling ist übrigens die einzige Gemeinde Bayerns, die einen eigenen See hat. Auch die Filmschaffenden hat es immer wieder in die Gegend gezogen: So wurde der Kinofilm "Helena" am Wörthsee gedreht. Vor rund 20 Jahren wurde der Weßlinger See kurzerhand nach Italien "versetzt": Damals diente er als Kulisse für den Italientrip von Ottfried Fischer und Olivia Pascal in der Kultserie "Irgendwie und Sowieso". Die Landschaft lässt sich am besten aus der Luft erfassen. Thomas Strang von der Flugsportgruppe der DLR zeigt uns "seine drei Seen" von oben.
Barockjuwel und Kulturtempel: Die bewegte Geschichte von Schloss Seefeld
Mitte des 13. Jahrhunderts war hoch über dem Pilsensee ein Bergfried entstanden – aber das war erst der Anfang. Acht Jahrhunderte lang haben die Besitzer an- und umgebaut. Stillstand? Fehlanzeige!
Und dann ist es passiert: 1730 war der Knappe Kunibert beim Bau des Brauhauses vom Gerüst gefallen und verunglückt.
Seitdem geistert er durch die Schlossmauern und staunt immer wieder, was aus "seinem Schloss" geworden ist: Denn es ist nicht etwa den hohen Herrschaften vorbehalten – ganz im Gegenteil. Hinter den dicken Schlossmauern herrscht das pure, bunte Leben: Im Torbogen fertigt eine Designerin edlen Schmuck, nur wenige Türen weiter werkeln ein Schreiner, ein Großuhrenmacher und eine Schneiderin. Und gleich ums Eck ist vor längerem ein kleines, feines Programmkino eingezogen – sogar ein Fitnessstudio gibt es. Das ist aber nur eine kleine Auswahl der aktuellen Schlossgemeinschaft.
Renke, Hecht und Waller: Fischkochkurs für Männer
Das Fünf-Seen-Land ist berühmt für seine Fische: Egal ob Renke, Hecht oder Waller – bei dieser Auswahl läuft jedem Fischliebhaber das Wasser im Munde zusammen. Und Helmut Bäumker weiß, wie man in der Küche das Beste rausholt. Zuerst aber geht es nach Dießen: Dort werden die schönsten Fische beim Züchter ausgesucht, bevor sie dann beim Fischkochkurs auf Schloss Seefeld verarbeitet werden. Das I-Tüpfelchen sind besonders raffinierte Beilagen aus heimischen Zutaten. Vom richtigen Einkauf, übers Ausnehmen und Filettieren bis hin zur perfekten Zubereitung – unser Autor bekommt unverzichtbare Tipps und Tricks vom Meister höchstpersönlich!
Sportskanonen auf Kufen: Die Weßlinger Eishockey-Legenden
Sobald der Weßlinger See zugefroren ist, heißt es für die Eishockeybegeisterte: her mit dem Puck und rauf aufs Eis! Das war immer schon so. In den 50er Jahren haben es die örtlichen Eishockeyspieler weit gebracht: Zwischen 1953 und 1958 stellten die Weßlinger die Deutsche Eishockeynationalmannschaft und waren mit ihren selbstgestrickten Trikots regelmäßig auf internationalen Wettkämpfen vertreten.
Ein großes Abenteuer für die Burschen aus Weßling für das sie aber auch großen Aufwand betrieben haben: Wenn der See zu war, wurde so oft wie möglich trainiert, später hat man sich ein eigenes Naturstadion in der Kiesgrube angelegt und wenn’s nicht kalt genug war, dann ist die Truppe zum Training ins Münchner Prinzregentenstadion gefahren. Die Trainingszeiten waren eher unchristlich: Aufs Eis konnten die "Eishackler" erst nach dem Publikumslauf – also erst um 23 Uhr. Das Training hat sich dann bis 1 Uhr in der Früh hingezogen.
Ende der 50er Jahre war’s dann aber vorbei mit der Karriere: Der Verband hat festgelegt, das jeder Bundesligaverein die Möglichkeit haben muss auf Kunsteis zu trainieren. Aber so ganz ist der Eishockeysport nicht verschwunden: Eine gemischte Mannschaft trainiert heute in Germering. Die Eishockeyhelden von damals sind immer noch regelmäßig auf dem Weßlinger See unterwegs. Auch wenn’s heute beim Eisstockschießen etwas gemütlicher zugeht.
Unterwegs im Universum: Weltraumforscher in Oberpfaffenhofen
In Oberpfaffenhofen ist man dem Weltraum so nah, wie sonst nur an wenigen Orten in Bayern. Denn hier, mitten in Oberbayern, werden die Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit Satellitenbildern aus dem All versorgt. Die Mission: Erdbeobachtung aus allen Perspektiven. Das Ziel: Die Forscher wollen das System Erde besser verstehen und die gewonnenen Daten langfristig für Verkehrs- und Klimaforschung einsetzen. Aber der Blick funktioniert auch umgekehrt: So liefern die Satellitenkameras auch Bilder von der Marsoberfläche.
Das Kontrollzentrum gewährt faszinierende Einblicke. Einer, der vielleicht schon bald mit ins All fliegen sol, ist Justin, der Roboter. Momentan bringen ihm die Wissenschaftler noch das eine oder andere bei. Bälle fangen und Tee kochen kann er schon. Eine formvollende Begrüßung von Besuchern ist längst selbstverständlich. Irgendwann einmal soll Justin die Astronauten bei ihrer Arbeit im Weltraum unterstützen, ihnen gefährliche Arbeiten abnehmen oder aber auch Weltraumschrott einsammeln.
Jeder für jeden: Nachbarn helfen bei Problemen
Das Konzept ist einfach, sinnvoll und trotzdem ungewöhnlich, aber, es funktioniert.Die Nachbarschaftshilfe Weßling leistet immer dort Unterstützung, wo sie gebraucht wird: von Mensch zu Mensch, von Nachbar zu Nachbar. Egal ob Leihoma oder Kinderprogramm für junge Familien, Fahrdienste oder Essen auf Rädern für Senioren oder einen Hobbyhandwerker, der hilft, wenn der Wasserhahn tropft – bei der Nachbarschaftshilfe kann man beinahe mit jedem Anliegen vorstellig werden. Und was die Hilfe kosten soll, das machen die Leute dann einfach selbst aus. Seit 1973 gibt es die Initiative schon und sie wird von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Mittlerweile gibt es 40 Aktive. Der Verein selbst hat 750 Mitglieder.

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