Bayerisches Fernsehen - Altinger mittendrin

Grundlos boshaft Barkeeper der besonderen Art

Berüchtigt für sein unfreundliches und streitsüchtiges Wesen hat sich der Mann an der Bar von "Altinger mittendrin" binnen nur weniger Folgen eine große Fangemeinde aufgebaut. Zeit, den passionierten Miesepeter ein wenig näher kennenzulernen. BR-online hat für Sie recherchiert.

Stand: 10.10.2011
Alex Liegl als Barkeeper bei Altinger mittendrin | Bild: BR/Krause-Burberg

Hinter den Kulissen von "Altinger mittendrin" treffen wir ihn. Bei dem Versuch ein Interview zu führen erfahren wir immerhin soviel: Der Barmann von Altinger mittendrin hat Abschlüsse in den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen. Welche Bereiche das sind, darüber dürfe er nicht sprechen, sagt er und wirft mit einem Eiskübel nach uns. Genauso täte sein Name einfach nichts zur Sache, aber das dachten wir uns sowieso und fragen ihn nicht danach.

Besondere Berufung

Nach unaussprechlichen Studententagen belegte er sechs Jahre einen Intensivkurs für Verkrampfungsmassage in Bad Wörishofen und brach diesen kurz vor der Zwischenprüfung ab. Verständlich, denn endlich konnte er sich seiner eigentlichen Berufung widmen: Dem Entwerfen moderner Brautmoden. Die Kollektionen "Beischlaf in Mauve" und "Schlachtfest mit gestreiftem Einsatz" fanden nur wenige Abnehmerinnen und er verlegte sich ganz auf eine weitere große Leidenschaft: Dem Gesellschaftstanz. Er eröffnete eine Tanzschule in der Nähe von Großhartpenning, reüssierte dort als Leibstandarte Foxtrott und erhielt vier Jahre auf Bewährung.

Erleuchtung an der Bar

Doch einen echten Mann hält nichts auf. Auch nicht er selbst. Nach Jahren des Zweifelns blieb ihm nicht viel mehr als seine Großtante zu bestehlen und mit Bekannten eine gut gehende Tauschbörse für abgelegte Amputate zu eröffnen. Doch das war nur eine Phase. Denn schon bald sollte er die erste Begegnung mit Bruder Alkohol haben und von diesem Moment an stand sein Lebensmotto fest: "Leben und leben lassen, also ned alle, weils ja so viele Arschgsichter gibt, eigentlich fast alle, und deswegen bin ich jetz schon stocksauer". Danach lebt er konsequent und ausgelassen.

Die inneren Werte zählen

Seine elf Kurzanstellungen in den Bars dieser Welt beendeten meistens missliebige Chefs, die keine Toleranz in sich trugen und es ihm schon am dritten Tag verübelten einige Longdrinkgläser gegessen zu haben. Doch was sind materielle Werte gegen die leicht aggressive Menschlichkeit, die dieser Meister seines Faches verströmt? Wo findet man heute noch diese ungebremste, grundlose Bosheit? Diese Wut auf alles und jedes, das nicht bei zwei das Lokal verlassen hat?

"Woaß scho, woaß scho, woaß scho!"

Genau deshalb haben die Produzenten von Altinger mittendrin keinen Moment gezögert, als diese Koryphäe vorstellig wurde und unter Androhung körperlicher Schmerzen diese Stelle verlangte. Denn was würde passieren, wenn wir uns jetzt lässig zu seinem Tresen begeben würden, um zu überlegen, welches gepflegte Getränk heute noch unsere trockene Kehle hinunter gleiten könnte ... Er würde hochschnellen, "Woaß scho, woaß scho, woaß scho!" brüllen, uns ein undefinierbares, leicht ekelerregendes Nass zuschütten um ebenso schnell mit diabolischem Tone wieder verschwunden sein. Und wir? Wir wären glücklich.