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TV-Kroatien Der Grasevina aus Kutjevo

Als die Zisterzienser im 13. Jahrhundert ihr Kloster in Kutjevo gründeten und Weingärten anlegten, war ihnen bewusst, dass gerade diese Stelle zum "Goldenen Tal" von Pozega gehört, das in der Römerzeit Vallis Aurea hieß.

Autor: Zrinka Krešo Stand: 23.10.2011
Der Grasevina aus Kutjevo | Bild: BR

Die Zisterzienser haben neben dem Kloster im Jahre 1232 auch einen großen Weinkeller gebaut, der bis heute erhalten blieb. Sechs Fässer sind mit Reliefs verziert, auf denen symbolisch die Geschichte der Reifung dargestellt wird, ebenso wie die sozialen und politischen Veränderungen, und man findet Angaben über die Besitzer des Weinkellers, bis zur Zeit des Sozialismus.

Ewiger Wein

"Man sagt, dass der Wein ein Urprodukt für die Ewigkeit ist - wie ein Wunder der Natur, das wir verehren und bis heute nicht enträtselt haben. Wir können nur unsere Erfahrungen einfließen lassen. Und die Geschichte über diese edle Gesinnung, die wir nicht enträtseln können, geht wahrscheinlich weiter, auch nach uns."

Drago Humski, Sommelier des Weinkellers von Kutjevo

Drago Humski

Diesen Weinkeller besuchte auch Baron Franjo Trenk mit seinen Panduren. Eine Legende besagt, dass er hier der Kaiserin Maria Theresia begegnet sei...

Im Weinkeller von Kutjevo gibt es auch archivierte Weine. Auf dem ältesten gekennzeichneten Wein steht der Jahrgang 1946. Es gibt aber auch noch viel ältere Weine.

Die Einheimischen sind besonders stolz auf den Graševina-Platz. Sie behaupten, dass nur hier ein Platz nach dem Wein, dem Wahrzeichen von Kutjevo, benannt wurde.

Ein trockener und herber Wein

"Der Wein Graševina hat eine grünlich-gelbe bis goldene Farbe. Die Farbe hängt davon ab, ob es eine übliche Lese war, oder ob es ein Prädikatswein ist. Zum Großteil wird trockener Wein mit leichtem Sortenaroma erzeugt. Der herbe Geschmack ist die Charakteristik der Sorte."

Ivan Enjingi, Önologe

Das kontinentale Klima und die spezifische Bodenbeschaffenheit aus Lehm, Sand und Stein tragen dazu bei, dass die Traube des Kutjevo-Gebirges ein perfektes Naturprodukt ist. Das allein reicht jedoch nicht aus, um einen guten Wein zu bekommen. So pflegt zum Beispiel die Familie Enjingi die Winzertradition seit 117 Jahren. Der Keller, zumindest dem Anschein nach auch so alt, wurde erst vor 16 Jahren erbaut. Hier erzeugt man ökologische Weine nach den EU-Richtlinien. Dazu gehören natürlich die Fachkenntnisse eines guten Winzers, der weiß, was in den Holzfässern und was in den Stahltanks geschieht.

"So haben wir hier hunderte von Fässern, in denen der Wein reift. Wenn die Qualität erreicht ist, wird der Wein in die Tanks umgeladen, wo er sich setzt. Erst dann wird er in Flaschen gefüllt."

Ivan Enjingi

Das "Goldene Tal"

Zurück zum Namen "Goldenes Tal". In der römischen Zeit stand dieser Name für ertragreiche Gegend. Heute könnte man es auch "Ökologisches Tal" nennen. Gemeint sind damit biologische Nahrungsmittel und biologischer Wein. Erwähnenswert ist, dass die hiesigen Weine – und nicht nur der Graševina – mit zahlreichen Preisen überall in der Welt ausgezeichnet wurden.

Weinlese - ganz traditionell

Obwohl die Weinlese auf die altbewährte Art und Weise vor sich geht, wird auch die moderne Technologie eingesetzt. Aber die alten Bräuche, als der Abschluss der Weinlese mit Liedern gefeiert wurde, werden auch heute noch gepflegt.