Der Schinderhannes
Samstag, 01.09.2012
20:15
bis 22:10 Uhr
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Videotext-Untertitel
Bayerisches Fernsehen
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1802 im Hunsrück: Hannes Bückler, genannt "Schinderhannes", ist der Anführer einer Räuberbande, die mit den Bauern sympathisiert, die unter der harten Fron des Adels und der napoleonischen Besatzung zu leiden haben. Als die Räuber während eines Festes das Schloss des Reichsgrafen überfallen, treiben sie das vom Grafen geraubte Vieh aus den Ställen und geben es den Bauern zurück. Dabei wird auch Carl, der Sohn des Reichsgrafen, als Geisel genommen. Schinderhannes will den jungen Mann an der Rheinfähre freilassen. Doch Carl, der Schillers "Räuber" mit Begeisterung gelesen hat, schließt sich den Aufrührern an. Gemeinsam mit ihnen will er nun gegen Willkür und Unrecht kämpfen. Nachdem die Franzosen das Silbergeld der Bauern eingezogen haben, holt es Schinderhannes in einem tollkühnen Streich zurück. Als die deutsche Obrigkeit sich mit den französischen Besatzern verbündet, bekommen es die Aufrührer mit einem schier übermächtigen Feind zu tun.
30 Jahre nach der Uraufführung des Bühnenstückes von Carl Zuckmayer inszenierte Regisseur Helmut Käutner eine aufwendige Adaption, die mit optischen Reizen, Action und einem Massenaufgebot an Komparsen aufwartet. Zuckmayer selbst schrieb die Dialogbearbeitung und die Liedertexte. Die Rolle des Räuberhauptmanns, der 1803 in Mainz hingerichtet wurde und noch vor seinem Tod zur Legende geworden war, übernahm der "normannische Kleiderschrank" Curd Jürgens. An der Seite des "deutschen Robin Hoods" spielt die damals 22-jährige Maria Schell die Geliebte des Schinderhannes. Bereits 1928 war ein Stummfilm nach einem Drehbuch Zuckmayers entstanden. Dachtext MARIA SCHELL In den 1950er- und 60er-Jahren war Maria Schell die bekannteste und beliebteste deutschsprachige Schauspielerin des internationalen Kinos. Am 15. Januar 1926 als Tochter des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der Wiener Bühnenschauspielerin Margarethe Noé von Nordberg geboren, begann sie ihre Leinwandkarriere 1942 im Alter von 16 Jahren in dem Melodram "Steibruch". Zum Star wurde sie als Leinwandpartnerin von O. W. Fischer, bald darauf spielte sie an der Seite von Weltstars wie Marcello Mastroianni in Luchino Viscontis "Weiße Nächte" (1957) und mit Yul Brynner in Richard Brooks' "Die Brüder Karamasow" (1958). In Delmer Daves' "Der Galgenbaum" (1958) eroberte sie das Herz eines von Gary Cooper gespielten Arztes, in Anthony Manns epischem Hollywood-Western "Cimarron" (1960) als Siedlerin den Wilden Westen. Selbst spät in ihrer Karriere, als die Rollenangebote nicht mehr ganz so gut waren, aber die Schauspielerin im Kino und im Fernsehen noch höchst präsent war, absolvierte sie in Richard Donners "Superman"-Verfilmung von 1978 einen prägnanten Kurzauftritt. Zwischen 1942 und 1996 war Maria Schell in insgesamt fast 100 Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Der Schriftsteller Jean Améry sagte über sie: "Hätte sie ihren Start in Frankreich oder Amerika gehabt, stände sie heute vielleicht als anerkannte Nachfolgerin der Ingrid Bergman da." Als Hommage an die am 26. April 2005 verstorbene österreichisch-schweizerische Schauspielerin sind am 1. September 2012 vier Filme mit und über Maria Schell im Bayerischen Fernsehen zu sehen. Den Abend eröffnen Helmut Käutners Zuckmayer-Verfilmung "Der Schinderhannes" (20.15 Uhr) mit der damals gerade einmal 22-jährigen Schell und "Die Brüder Karamasow" (22.10 Uhr), die erste aufwendige US-Produktion, mit der die Schauspielerin in Hollywood reüssierte. "Meine Schwester Maria" (00.30 Uhr) dagegen ist ein intimes Porträt der Künstlerin, das ihr Bruder, der Schauspieler und Regisseur Maximilian Schell, 2001 über sie drehte. Den Abend beschließt "Die Ratten" (2.00 Uhr), ein schwarzes Nachkriegsdrama von Robert Siodmak, in dem Maria Schell eine der besten Schauspielleistungen ihrer Karriere absolvierte.
Besetzung
| Rolle: | Darsteller: |
|---|---|
| Schinderhannes | Curd Jürgens |
| Julchen | Maria Schell |
| Hans Bast | Fritz Tillmann |
| Carl von Cleeve-Bossi | Christian Wolff |
| Benzel | Siegfried Lowitz |
| Gendarm Adam | Til Kiwe |
| Seibert | Bobby Todd |
| Iltis Jakob | Walter Buschhoff |
| Welscher Jockel | Günther Jerschke |
| Schäfer-Ammi | Eva Pflug |
| Französischer Offizier | Helmut Käutner |
Regie:
Helmut Käutner
Redaktion:
Hubert von Spreti

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