stationen.Dokumentation Im Herzen der Stadt: Die Neupfarrkirche in Regensburg
Sonntag, 08.07.2012
10:15
bis 11:00 Uhr
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Videotext-Untertitel
Bayerisches Fernsehen
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Heute scharen sich viele Marktstände um die Kirche: Blumen, Gemüse und Regensburger Würste werden hier verkauft. Es ist ein lebendiger Platz und die auf einen erhöhten Sockel gebaute Neupfarrkirche ist der Mittelpunkt. Von den über 20 Kirchen in der engen Altstadt Regensburgs steht nur die Neupfarrkirche frei auf einem großen Platz. 1519 vertrieben die Regensburger die Juden aus ihrer Stadt. Das jüdische Viertel, die Synagoge und der Friedhof wurden abgerissen. Auf dem Gelände wurde eine Marienkapelle aus Holz erbaut. Sie wurde schnell eine viel besuchte Wallfahrt "Zur schönen Regensburger Madonna" und bald gab es Pläne zum Bau einer großen Kirche. Aber 1542 nahm die freie Reichsstadt Regensburg die Reformation an und aus der geplanten Marienkirche wurde die "Neue Pfarre", die erste Kirche des evangelischen Regensburg. Sie wurde erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt. Im 16. Jahrhundert war die Neupfarrkirche Vorposten der evangelischen Kirche im südöstlichen Deutschland und der benachbarten Länder. Von 1574 bis 1624 wurden mehr als 130 Pfarrer ausgebildet, ordiniert und in die Donaumonarchie geschickt. Als sich Anfang der 90er-Jahre Regensburg entschloss, den Neupfarrplatz zur Fußgängerzone zu machen, wurden umfangreiche archäologische Grabungen vorgenommen. Das alte jüdische Viertel wurde ausgegraben und auch die Synagoge. Das jüdische Gebetshaus lag nicht, wie bisher angenommen, unter der Neupfarrkirche, sondern westlich davon. Die Neupfarrkirche ist stark renovierungsbedürftig, ein engagierter Kirchenbauverein möchte der Neupfarrkirche ihren alten Glanz und ihre Bedeutung wiedergeben.
Redaktion:
Klaus Wölfle

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