Lebenslinien Gertis Schoppenstube
Montag, 25.06.2012
21:45
bis 22:30 Uhr
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Videotext-Untertitel
Bayerisches Fernsehen
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Das Treppenhaus im Münchner Theater am Gärtnerplatz ist für Gerti ein schicksalhafter Ort: Zweimal hat sie hier einen Heiratsantrag bekommen, zweimal hat sie "Ja" gesagt. Der Mann war jedes Mal derselbe. Zwischen den beiden Anträgen lagen fast dreißig Jahre. Jahrzehnte, in denen Gerti und Werner privat lange Zeit getrennte Wege gingen und trotzdem gemeinsam die schönste Musikkneipe Münchens betrieben. Die New York Times pries die Fraunhofer Schoppenstube als eines der fünf heißesten Münchner Nachtlokale. Hier wird von 21.00 Uhr bis 3.00 Uhr morgens gesungen - und jeder darf mitsingen. Operetten- und Opernarien, Chansons, Schlager, Brettl-Lieder, Jazz. Ob jung, ob alt, ob arm, reich oder berühmt, hier sind alle gleich. Schon als kleines Mädchen wollte Gerti Kellnerin werden. Ihre Lehrjahre waren hart. 12 Stunden Arbeit täglich und nur einen Nachmittag in der Woche frei. Abends spielte in der Gaststube Werner auf, ein charmanter Mann, der Gerti umwarb. Kurz nach Gertis 18. Geburtstag heirateten sie. Mit der Übernahme der Schoppenstube erfüllten sie sich 1973 ihren gemeinsamen Traum. Er als Musiker und Alleinunterhalter, sie als Wirtin. Trotzdem ließ Gerti sich 1976 scheiden. Werner entpuppte sich nämlich als Schürzenjäger. Privat gingen sie nun getrennte Wege, schafften es aber auf wundersame Weise geschäftlich Partner zu bleiben. Als Werner schwer krank wurde, lastete der Betrieb ganz auf ihren Schultern. Trotzdem besuchte sie ihren geschiedenen Mann jeden Tag im Krankenhaus. Wieder genesen, machte er ihr den zweiten Heiratsantrag.
Redaktion:
Renate Stegmüller

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