Bayerisches Fernsehen

DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND 20. Jahrhundert: München

Ludwigskirche. | Bild: BR/Daniel Ritter

Donnerstag, 12.04.2012
22:00 bis 22:45 Uhr

  • Untertitel

Bayerisches Fernsehen
Folge 10

München, 1914: Erster Weltkrieg. Die Münchner sind erfüllt von patriotischem Hochgefühl. Begeistert rechnen sie mit einem schnellen Sieg. Kameras halten die Truppen fest. Das Medienzeitalter hat begonnen - mit bereits inszenierten Bildern: Ludwig III. verabschiedet sein Leibregiment an der Residenz, stellvertretend für das bayerische Heer. Mit Kriegsbeginn ist, gemäß der Reichsverfassung, nämlich nicht mehr er dessen Oberbefehlshaber, sondern der Deutsche Kaiser Wilhelm II. Doch die Aufnahmen haben die erhoffte Wirkung, ihrer Symbolkraft kann sich niemand entziehen. München wird im 20. Jahrhundert zum Schauplatz bayerischer Geschichte: Hier, im Dreieck zwischen der Bavaria an der Theresienwiese, dem Friedensengel und dem Olympiaturm, spielt sich alles ab: Revolution, Räterepublik, Hitlerputsch, Machtergreifung, Massenaufmärsche der Nationalsozialisten, Bombenkrieg. Kaum vier Wochen nach Kriegsende 1945 zieht eine Fronleichnamsprozession durch die Ludwigstraße - mit Symbolcharakter. Die NS-Zeit ist vorbei, Recht und Sitte sollen zurückkehren: ein Neuanfang mit der Kraft der Kirche und des Glaubens. München arbeitet vor allem am Aufbau zur Tourismusstadt und erlebt durch die Olympiade 1972 einen gewaltigen Investitionsschub. Die neuen Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld, wohin nach dem Zweiten Weltkrieg der Schutt der zerbombten Stadt gebracht wurde. Doch der Plan der "heiteren Spiele" endet jäh in einem Blutbad, als palästinensische Terroristen israelische Sportler als Geiseln nehmen, und zeigt erneut, dass die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt, ob man will oder nicht. Geschichte verstehen heißt auch, sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um sich ernsthaft mit ihr auseinandersetzen zu können.

"Das Bayerische Jahrtausend" erzählt die Geschichte des Landes nicht aus dynastischer Perspektive, sondern stellt Prozesse, Impulse, Zäsuren und Sprünge in den Vordergrund. Zehn Jahrhunderte, zehn Paradigmen und zehn bayerische Städte stehen im Zentrum der Sendereihe "Das Bayerische Jahrtausend". Zehn Filme charakterisieren die historischen Marksteine vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, die prägend waren für die Entwicklung des Freistaats in seiner heutigen Form. Mit dieser dreifachen Fokussierung soll anschaulich gemacht werden, was den jeweiligen Ort in der Epoche besonders auszeichnet.

Regie: Tilman Wolff
Redaktion: Astrid Harms-Limmer

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