Bayerisches Fernsehen - Film & Serie


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Dokumentarfilm Von Computern und anderen Menschen

Der Film taucht ein in eine Welt, in der Computertechnologie, Robotik und Neurowissenschaft verschmelzen. Joseph Weizenbaum, Computerpionier und Kritiker des technologischen Größenwahns tritt an zu seinem letzten philosophischen Duell mit den Männern, die das nächste Produkt der digitalen Revolution entwickeln: den Roboter, der den Menschen ersetzen soll.

Stand: 13.01.2012

Der Film "Von Computern und anderen Menschen" entstand während der letzten beiden Lebensjahre des Computerpioniers Joseph Weizenbaum, dem Schöpfer ELIZA's. Einst gefeierter Star der Computerszene, entwickelt er sich in den frühen 70er-Jahren zum schärfsten Kritiker der technologischen Allmachtsvisionen des Menschen.

Info

Originaltitel: Plug & Pray (D, 2010)
Regie: Jens Schanze, Judith Malek Mahdavi
Länge: 89 Minuten
16:9, stereo

Während er kritisches Denken kultiviert, verfolgen Computer- und Robotikexperten auf der ganzen Welt unbeirrt ihr ehrgeiziges Ziel: Die Erschaffung menschlicher Roboter, die mit den Menschen zusammenleben können. Im März 2008 stirbt Joseph Weizenbaum, einer der Pioniere des Computerzeitalters. Es ist der uralte Traum: sich selbst nachzubilden und dabei die Fehler der Evolution zu korrigieren. Die Computertechnologie scheint diesen Traum in greifbare Nähe zu rücken. Ist der Mensch also berechenbar oder, in der Sprache der Programmierer, computable?

Hiroshi Ishiguro hat ein Roboter-Alter-Ego namens "Geminoid" geschaffen. Der Roboter sieht exakt aus wie er selbst und soll Emotionen simulieren.

"Die Software in unseren Körpern ist schon ein paar tausend Jahre alt und daher völlig überholt" meint Raymond Kurzweil, einer der kühnsten Visionäre der künstlichen Intelligenz. Der japanische Robotikspezialist Minoru Asada empfiehlt "Wir müssen das Prinzip 'Nur Gott ist allmächtig' überdenken und sollten eher die Vielfalt im Denken erlauben." Die Spezies der Roboter siedelt er auf einer Evolutionsstufe zwischen Schimpansen und dem Homo sapiens an.

Nicht nur in Japan und den USA, auch in Deutschland und Italien streben führende Computerspezialisten mit großer Leidenschaft und Überzeugung ihrem Ziel entgegen, biologische Grenzen zu sprengen und das Geheimnis des Lebens zu lüften.

Doch ausgerechnet der 1923 in Berlin geborene Weizenbaum, einer der Väter des Fachs, stemmt sich gegen die grenzenlose Technikgläubigkeit. Hartnäckig stellt er Fragen nach den ethischen und gesellschaftlichen Konsequenzen einer post-biologischen Welt.


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