Bayerisches Fernsehen - Film & Serie

Packende BR-Koproduktion Die Wannseekonferenz

Am 20. Januar 1942 fand in einer Villa am Großen Wannsee bei Berlin ein Treffen von 15 führenden Repräsentanten des NS-Staates statt. Tagesordnungspunkt: die "Endlösung der Judenfrage". Die BR-Koproduktion, ein dokumentarisches Fernsehspiel von Autor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk, rekonstruiert das historische Ereignis anhand der Originalprotokolle.

Stand: 25.10.2011
Die Wannseekonferenz - Filmszene | Bild: BR/Foto Sessner

Berlin, 20. Januar 1942: Eine Villa am Großen Wannsee. Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Chef des Reichssicherheitshauptamtes und engster Mitarbeiter Heinrich Himmlers, hat 14 leitende Repräsentanten des nationalsozialistischen Regimes zu einer Geheimkonferenz eingeladen. Der einzige Punkt der Tagesordnung ist die sogenannte "Endlösung der Judenfrage". Eine Sekretärin führte das Sachprotokoll der knapp eineinhalbstündigen Sitzung, während der in kalter Bürokratenmanier die systematische Vernichtung der europäischen Juden diskutiert wurde.

Filminfo

Originaltitel: Die Wannseekonferenzi (D, 1983)
Regie: Heinz Schirk
Darsteller: Dietrich Mattausch, Friedrich G. Beckhaus, Gerd Böckmann, Harald Dietl
Länge: 82 Min.

Mono + 4:3

Diese später aufgefundene Niederschrift sowie weitere Zeitdokumente bilden die Grundlage der im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstandenen filmischen Rekonstruktion von Drehbuchautor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk. Zu sehen sind Funktionäre des NS-Staates, die bei Kognak und Häppchen das Für und Wider schon erprobter oder noch in Erprobung stehender Vernichtungsmethoden diskutieren. Die Organisation des Transports der Opfer an den Ort ihrer Vernichtung wird erörtert, Kompetenzrangeleien zwischen einzelnen Instanzen geklärt. Der Völkermord wird zur Organisations- und Verwaltungsaufgabe.

In Echtzeit und anhand der Originalprotokolle rekonstruieren Autor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk in dem dokumentarischen Fernsehspiel den Ablauf dieses monströsen Geheimtreffens. Konsequent folgen sie dabei den klassischen Regeln von der Einheit des Ortes und der Zeit. Knapp eineinhalb Stunden dauerte vor 70 Jahren diese folgenreiche Konferenz, knapp eineinhalb Stunden dauert auch die Rekonstruktion, mit der die von Hannah Arendt beschriebene "Banalität des Bösen" anschaulich vor Augen geführt wird. Das als Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk entstandene Dokumentarspiel wurde außerhalb Deutschlands auch im Kino gezeigt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter der Adolf-Grimme-Preis und der Dokumentarspiel-Preis beim World Television Festival in Tokio 1985.