Bayerisches Fernsehen - Film & Serie

Preisgekröntes Drama Der Pianist

Roman Polanskis Meisterwerk "Der Pianist" basiert auf der Autobiografie des bekannten Komponisten und Pianisten Wladyslaw Szpilman. Der am 6. Juli 2000 in Warschau gestorbene Künstler überlebte das Warschauer Ghetto und schrieb seine Erlebnisse unmittelbar nach dem Krieg nieder.

Stand: 08.01.2013

Wladyslaw Szpilman zählt Ende der 1930er-Jahre zu den bekanntesten Pianisten Polens. Er arbeitet beim Rundfunk und lebt mit seiner Familie in Warschau. Wie viele polnische Juden vermag Szpilman sich nicht auszumalen, welches Leid ihm und seiner Familie mit dem Einmarsch der deutschen Truppen im Jahre 1939 bevorsteht. Beinahe scherzhaft streitet er mit seiner Familie darüber, ob man das Geld vor den Deutschen in der Violine oder lieber im Tischbein verstecken soll.

Auch nach der Zwangsumsiedelung ins Ghetto, die als Mischung aus Verwaltungsakt und blankem Terror vonstattengeht, verliert der sensible Künstler nicht die Hoffnung. Er arbeitet als Klavierspieler in einem schäbigen Café, um seine Familie, der Hab und Gut genommen wurde, notdürftig über Wasser zu halten. Tagtäglich wird er Zeuge brutalster antisemitischer Übergriffe.

Filminfo

Originaltitel: The Pianist (F/P/D/GB, 2002)
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Adrien Brody, Frank Finlay, Maureen Lipman, Ed Stoppard
Länge: 139 Min.

1942 schließlich beginnt der Abtransport aller Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Nur weil ein jüdischer Polizist ihn auf dem Bahnsteig aus der Masse der Todgeweihten zerrt, entgeht Szpilman der Deportation in die Gaskammer. Er versteckt sich in leerstehenden Wohnungen, bekommt Gelbsucht und wird von einem zwielichtigen Helfer betrogen. Ausgerechnet ein deutscher Hauptmann bewahrt ihn schließlich vor dem sicheren Tod.

Roman Polanskis Meisterwerk "Der Pianist" basiert auf der Autobiografie des bekannten Komponisten und Pianisten Wladyslaw Szpilman. Der am 6. Juli 2000 in Warschau gestorbene Künstler überlebte das Warschauer Ghetto und schrieb seine Erlebnisse unmittelbar nach dem Krieg nieder. In seiner erschütternden Leinwandadaption zeigt Polanski, dessen Mutter von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet worden war und dessen Vater im Konzentrationslager Mauthausen inhaftiert war, Bilder, die sich nachhaltig ins Gedächtnis der Zuschauer einbrennen und "Der Pianist" zu einem der eindringlichsten Filme über die Shoah machen.

Polanskis Film wurde 2003 mit drei Oscars ausgezeichnet: Autor Ronald Harwood erhielt einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch, Polanski für die beste Regie und Adrien Brody als bester Hauptdarsteller. In Cannes gewann Polanski 2002 zudem die Goldene Palme.


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