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Skiunfälle Welcher Versicherungsschutz sinnvoll ist

Mit den jüngsten Schneefällen ist auch in Bayern der Beginn der Skisaison nicht mehr allzu fern. Höchste Zeit, sich Gedanken über den richtigen Versicherungsschutz zu machen, - wenn man noch keinen hat. Denn eine kurze Unachtsamkeit auf der Piste und schon können die Folgen schwerwiegend sein. Wie man als Skifahrer oder Snowboarder sorgenfrei über die Pisten wedeln kann.

Autor: Andreas Unger Stand: 13.12.2011
Skifahrer | Bild: picture-alliance/dpa

Auf geht’s, runter geht’s!

Doch vor lauter Vorfreude unterschätzen manche das Risiko. Und als wäre eine Verletzung nicht schlimm genug, bleibt mancher auch noch auf den Kosten sitzen. Das kann ins Geld gehen. Einen Hubschraubereinsatz zum Beispiel kostet bis zu 3000 Euro pro Stunde. Das zahlt die Krankenversicherung in der Regel nicht.

"Sind Sie optimal versichert, wenn Sie hier im Ausland fahren und einen Unfall haben? – Ich bin über meine Mutter noch versichert, deswegen. – Wissen Sie, wer es bezahlt, wenn Sie mit einem Helikopter transportiert werden müssen? – Das wüsste ich nicht, nur, dass es teuer wird. – Ich habe eine Expertin beim mir in der Familie, meine Frau ist Versicherungsfachfrau, von daher gibt es kein Problem."

Umfrage

Die private Unfallversicherung bezahlt Rettung, Bergung und den Transport ins Krankenhaus. Außerdem zahlt sie bei dauerhafter Invalidität. Sinnvoll ist sie nur, wenn Berufsunfähigkeit nicht versichert ist oder wenn diese Versicherung bestimmte Sportarten ausschließt.

Jedes Jahr verletzen sich etwa 60.000 Ski- und Snowboardfahrer in Deutschland, 9.000 davon müssen sogar ins Krankenhaus. In Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz passieren 200.000 weitere Skiunfälle – wer dort Urlaub machen möchte, muss deshalb eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Sie erstattet die Kosten für medizinische Versorgung im Ausland. Doch sie zahlt meist nur den medizinisch notwendigen Rücktransport.

Besser ist der medizinisch sinnvolle Rücktransport. Zum Beispiel dann, wenn der Patient in einem Land im Krankenhaus liegt, dessen Sprache er nicht spricht. Was aber, wenn ich einen Unfall verursache? Dann hilft die Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn man andere selbstverschuldet schädigt und kommt für Schmerzensgeld, Schadenersatz und Verdienstausfall auf.

Zu beachten ist aber:

"Mit dem Fokus auf dem Wintersport als Familiensport sollte man darauf achten, dass die private Haftpflichtversicherung die ganze Familie absichert, dass wenn man im Ausland Ski fährt auch ein weltweiter Versicherungsschutz besteht, und dass wenn Risikosportarten ausgeübt werden, diese auch von der Versicherung mit eingeschlossen sind."

Sascha Straub, Verbraucherzentrale

Knapp ein Drittel aller Deutschen hat keine Haftpflichtversicherung – was ist eigentlich, wenn mich so jemand verletzt und die Kosten nicht übernehmen kann? Dann hilft die Forderungsausfalldeckung.

"Wissen Sie, was eine Forderungsausfalldeckung ist? – Keine Ahnung. – Das ist ja Versicherungsdeutsch. Keine Ahnung, kann ich nicht sagen. Was ist das?"

Umfrage

Die Forderungsausfalldeckung sollte Teil einer jeden Haftpflichtversicherung sein. Sie greift, wenn der Schadensverursacher nicht zahlen kann.

Und dann gibt es noch Wintersportversicherungen. Aber sind sie wirklich sinnvoll?

"Es handelt sich, gerade wenn sich um Kompaktangebote handelt, um Versicherungen, die man teilweise vielleicht schon abgeschlossen hat, die in der Haftpflicht oder der Hausratversicherung schon enthalten sind. Von daher ist hier auch genau zu prüfen: Wie sinnvoll sind diese Zusatzversicherungen wirklich und kann man sie sich vielleicht sparen."

Sascha Straub, Verbraucherzentrale

Ganz wichtig außerdem: Stellen Sie sicher, dass Sie nicht doppelt zahlen. Mitglieder zum Beispiel des ADAC, des Alpenvereins oder des Deutschen Skiverbands sind automatisch gegen viele Risiken abgesichert.