ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Vom Ahorn bis zur Zwiebel Die Weißtanne

Die Weißtanne, auch einfach Tanne genannt, ist wohl der Inbegriff eines Nadelbaumes. Woran erkennt man sie? Was unterscheidet sie von der Fichte? Und warum wird die Tanne immer seltener? Ein Baum-Porträt in Text, Bild und Video.

Stand: 19.10.2009

Weißtanne | Bild: BR

Die mächtigsten und größten Bäume unseres Waldes sind die inzwischen selten gewordenen Weißtannen. Der zu den Kieferngewächsen gehörende Baum wird auch Edeltanne, Silber- oder Schwarzwaldtanne oder einfach nur Tanne genannt. Den Namen hat die Weißtanne von ihrer in jungen Jahren silbrig weißen Rinde.

Die Tanne auf dem Rückzug

Tannen werden bei uns immer seltener. Gründe dafür sind neben Kahlschlägen vor allem die Empfindlichkeit des Baumes gegen Umweltgifte. Für junge Tannen ist aber auch der Verbiss durch Wild ein großes Problem.

Tanne oder Fichte?

Die Bäume, die in unseren Nadelwäldern stehen und vom Laien oft fälschlicherweise als "Tanne" bezeichnet werden, sind meist Fichten. Es gibt verschiedene Merkmale, wie man Tanne und Fichte unterscheiden kann. Gut unterscheiden kann man sie an den Nadeln: Tannennadeln haben auf der Unterseite zwei deutliche, helle Wachsstreifen - diese Streifen fehlen bei der Fichtennadel. Tannennadeln sitzen wie mit einem kleinen Saugnapf am Ast, Fichtennadeln mit einem kleinen Stiel. Außerdem stehen die Zapfen der Tanne aufrecht am Zweig, während sie bei der Fichte vom Zweig herab hängen. Und wenn Sie durch den Wald gehen und am Boden "Tannenzapfen" liegen sehen, handelt es sich um Fichtenzapfen. Tannenzapfen fallen nämlich nicht als Ganzes ab. Sie bleiben am Baum und werfen nach und nach einzelne Schuppen ab.

Steckbrief: die Weißtanne

  • Familie: Kieferngewächse
  • Botanischer Name: Abies alba
  • Stamm: kräftig und gerade
  • Wuchshöhe: bis 50 Meter hoch
  • Alter: bis 600 Jahre
  • Krone: regelmäßig und kegelförmig
  • Rinde: hellgrau bis silbrig weiß
  • Nadeln: eineinhalb bis drei Zentimeter lang, zwei bis drei Millimeter breit; stumpfes Ende mit kleiner Einkerbung; Oberseite glänzend mit eingesenkter Mittelrippe, Unterseite mit zwei hellen Wachsstreifen; doppelreihig am Ast an kleinen Stielen, wie mit Saugnäpfen am Zweig befestigt. Die Nadeln bleiben sieben bis elf Jahre am Baum.
  • Blütezeit: ab Mai; erste Blüte im Alter von 30 Jahren
  • Männliche Blüten: zapfenähnliche Blüten, zwei bis drei Zentimeter lang, in der Mitte oder unten am Baum
  • Weibliche Blüten: zapfenähnlich, etwas größer als die männliche Blüte; nur im Gipfelbereich
  • Frucht: aufrecht stehende Zapfen mit Samenschuppen, reif bis zu 16 Zentimeter lang, Durchmesser drei bis fünf Zentimeter
  • Wurzel: tief reichende Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln und Senkwurzeln

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