ARD-alpha - Stil-Epochen


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Stil-Epochen Konstantin und das Byzantinische Reich

Das byzantinische Reich beginnt mit einem Sieg. Maxentius unterliegt Kaiser Konstantin am 28. Oktober 312 an der Milvischen Brücke. Und da Konstantin der erste Kaiser ist, der das Christentum als Religion anerkennt, legt dieser Sieg auch den Grundstein frühchristlicher Kunst.

Stand: 21.01.2016

Konstantins Triumph über Maxentius ist auf dem Relief des Konstantinbogens in Rom dargestellt. Der Senat lässt das Prunktor eigens für den Sieger errichten, der das bis dahin heftig bekämpfte Christentum anerkennt, verbreitet und schließlich zur Staatsreligion des Römischen Reiches erklärt. Im Jahr 313 stiftet er den Christen etliche Kirchen, zum Beispiel die Lateransbasilika in Rom.

Der Aufstieg Konstantinopels zum Kulturzentrum

Ortaköy-Moschee im Stadtteil Besiktas

Konstantin zieht weiter nach Osten, um dort ein neues Rom zu gründen. 324 schlägt er den Regenten von Byzantion, Licinius, in einer großen Seeschlacht vor Chrysopolis und ist damit alleiniger Herrscher über das Römische Reich. In den folgenden sechs Jahren baut Konstantin das kleine Byzantion nach dem Vorbild Roms aus und nennt diese neue oströmische Hauptstadt Konstantinopel. Indem er der neuen Stadt seinen eigenen Namen gibt, folgt er der Tradition früherer römischer Kaiser.

Justinian und die Hagia Sophia

Konstantinopel avanciert schnell zum führenden kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des Reichs. Konstantin erneuert das Hippodrom, die riesige Pferderennbahn der Stadt. Sein Nachfolger Kaiser Justinian regiert in Konstantinopel von 527 bis 565, fördert die Künste, lässt großartige Gebäude errichten und leitet dadurch ein goldenes Zeitalter frühchristlicher Kunst ein. Die Hagia Sophia ist das berühmteste Bauwerk, das unter Justinian entsteht. Als Kirche der Heiligen Weisheit dient sie den byzantinischen Kaisern als Palastkirche. Justinian weiht sie im Dezember 537 ein mit den Worten: "Oh Salomon, ich habe dich übertroffen!" Damit triumphiert er über den Tempel in Jerusalem.

Wo die Pferde von San Marco herkommen

Kuppelbasilika Hagia Sophia

Byzanz, unter Justinian ein Weltreich, wird über die Jahrhunderte immer wieder bedroht, angegriffen und geschwächt. 1204 fällt Konstantinopel an die Venezianer, die viele Kunstwerke nach Venedig bringen, wie zum Beispiel die Quadriga, die heute als "Pferde von San Marco" über dem Portal der Markuskirche stehen. Als Wirtschaftsmacht geht Byzanz unter, doch seine Kunst beeinflusst die kunstgeschichtlichen Entwicklungen in Europa bis weit ins Mittelalter hinein.

Kurzgefasst: Die Stil-Merkmale byzantinischer Kunst

  • Viele frühchristliche Basiliken entstehen. Bei vielen schiebt sich zwischen Langhaus und Apsis ein Querschiff, so dass der Grundriss die Form eines Kreuzes annimmt.
  • Großflächige Mosaike und Fresken schmücken die Innenräume der Kirchen.
  • Die byzantinischen Elfenbeinschnitzer fertigen aufwendig gearbeitete Büchsen und Tafeln an.

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