ARD-alpha - Schulfernsehen


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Es brennt, Brüder, es brennt… "Reichskristallnacht" - 9./10. November 1938

Mit den Novemberpogromen 1938 trieben die Nationalsozialisten ihren "Krawallantisemitismus" auf die Spitze und gingen zum offenen Terror über. Hunderte Synagogen brannten nieder, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, 91 Menschen starben. Tausende Juden wurden in KZ verschleppt.

Von: V. Eklkofer, S. Demmelhuber & E. Müller-Tworek, ein Film von Alexander Fuhrmann

Stand: 02.11.2012

Das Archivbid zeigt eine jüdische Ladenfront nach der Zerstörung durch Nazis | Bild: picture-alliance/dpa

Antijüdische Pogrome im November 1938

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"Reichskristallnacht" nannte der Volksmund die Ausschreitungen gegen Juden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Die Propaganda des Joseph Goebbels sprach vom "spontanen Volkszorn", doch die Terrorakte waren reichsweit bestens organisiert. Aktivisten der NSDAP zündeten hunderte Synagogen an, zerstörten jüdische Geschäfte und Wohnungen. Es kam zu Plünderungen, 91 Menschen wurden getötet, rund 30.000 jüdische Männer vorübergehend in Konzentrationslager verschleppt. Als Vorwand für die Aktionen diente die Ermordung des deutschen Legationsrates Ernst vom Rath in Paris. Mit dem Attentat hatte der 17-jährige Jude Herschel Grynspan auf die Abschiebung seiner Familie aus Deutschland nach Polen reagiert.

Täter, Opfer, Profiteure

Die Sendung beleuchtet nicht nur Ursachen und Geschehnisse der “Reichskristallnacht”, sie macht auch deutlich, dass der rassistische Antisemitismus Staatsdoktrin im "Dritten Reich" war. Die Hetz- und Diffamierungskampagnen der Nationalsozialisten fielen auf einen fruchtbaren Boden, viele Deutsche beteiligten sich an der Judenverfolgung und profitierten von der "Arisierung" jüdischen Besitzes. Zwei Zeitzeugen kommen zu Wort: Alfred Jachmann, der später nach Auschwitz deportiert wurde, und die Berliner Ärztin Hertha Nathorff, der es gelang, Deutschland zu verlassen.


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