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Meilensteine der Naturwissenschaften und Technik Planet aus Sternenstaub - De Laplace und die Entstehung der Erde

Wie und wann haben sich die Planeten entwickelt? Lange tappten die Wissenschaftler im Dunklen oder tischten abenteuerliche Theorien auf. Erst der Mathematiker und Astronom Pierre-Simon de Laplace kam der Antwort ziemlich nahe.

Stand: 22.06.2012

Aufnahem der Erde aus dem Jahr 1971 | Bild: picture-alliance/dpa

Die Planeten unseres Sonnensystems sind annähernd gleich alt wie die Sonne, nämlich ungefähr viereinhalb Milliarden Jahre. Heute gibt es unterschiedliche Methoden, diese Datierung vorzunehmen, etwa durch die radiometrische Altersbestimmung von Gesteinen oder die Untersuchung von radioaktiven Isotopen in Meteoriten. Als der französische Mathematiker und Astronom Pierre-Simon de Laplace (1749-1827) daran ging, die Geburtsstunde und vor allem die Geburtsumstände unseres Heimatsystems zu bestimmen, konnte er auf solche Hilfsmittel noch nicht zurückgreifen.

Aus rotierendem Gas geboren

Trotzdem schuf er durch die Verknüpfung astronomischer, physikalischer und mathematischer Vorstellungen zwischen 1796 und 1799 eine erstaunlich moderne Theorie. In seiner "Nebularhypothese" vertrat er die Ansicht, das Sonnensystem habe sich aus rotierenden Gaswirbeln gebildet, in deren Zentrum sich die Materie aufgrund der eigenen Massenanziehung zu einer Ursonne verdichtete. Von diesem Scheibenstern lösten sich aufgrund der Zentrifugalkraft wiederum einzelne Gasringe ab, die sich schließlich selbst zu Planeten ballten.

Der deutsche Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-1997) griff diesen Grundgedanken im Jahr 1944 auf und erweiterte ihn zu einer Protoplanetaren Hypothese. Sie ist heute von den meisten Astronomen übernommen und erklärt die Entstehung des Sonnensystems und der Planeten.


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